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Filme

Empfindlichkeit
Filmtypen
Farbe oder Schwarzweiss ?
Dia oder Negativ ?
Schwarzweiss ist nicht gleich Schwarzweiss: C41
Klassische Schwarzweissfilme
Schwarzweiss-Diafilme
Farbnegativfilme
Farbdiafilme
Wahl des Materials
Einkauf
Filme im Ausland
Lagerung
Verarbeitung
Qualität

Der Bericht über Filme harrt schon länger der Dinge, die da kommen sollten. Ich hoffte, im Rahmen der Entwicklung im eigenen Heimlabor mehr über dieses Thema zu erfahren, allein die Weisheit stellte sich nicht ein. Dumm gelaufen, andererseits bin ich so zum dem Schluss gekommen, dass es anderen auch nicht viel besser gehen kann, und der, der Infos über Filme sucht, wohl weniger die Erläuterung der diversen Kurven und Effekte im Sinn hat, sondern ganz einfach wissen will, was denn andere so für Erfahrung im praktischen Gebrauch gemacht haben. Auf diesem wenig wissenschaftlichen Niveau werden also nachfolgende Zeilen spielen, die Gurus unter den Lesern mögen es mir nachsehen.

Auch die Hersteller mögen mir etwas nachsehen, vor allem die, deren Produkte hier nicht erwähnt werden. Wenn hier ein Film nicht erwähnt wird, geschieht dies ausdrücklich aus dem einfachen Grund, dass ich ihn noch nicht oder nicht oft genug benutzt habe und daher auch nichts dazu sagen kann. Ungeprüfte Zitate anderer Anwender liegen mir nicht, also fällt das arme Teil einfach unter den Tisch. Was natürlich nicht heissen soll, dass es keine anderen guten oder wahrscheinlich sogar besseren Filme für die jeweilige Anwendung gibt als die nachträglich aufgeführten. Speziell die kleineren, oft aus ehemaligen Ostfirmen entstandenen Hersteller wie Orwo oder Forma stellen hervorragendes Material her. Und sie tun sich besonders schwer an einem Markt, der von den zwei ganz grossen und Agfa beherrscht wird. Daher würde ich mich freuen, wenn ich auf diesem Wege den einen oder anderen dazu anstiften könnte, auch mal einen dieser Filme zu testen.

Empfindlichkeit

Einen Begriff muss ich gleich zu Beginn erklären, weil er immer wieder auftaucht: die Filmempfindlichkeit. Mit ihr wird ausgedrückt, wie viel Licht ein Film benötigt, um ein brauchbares Bild zu erzielen. Mit wenig empfindlichen Filmen braucht man viel Licht, bei Dämmerung oder im Partykeller ohne Blitz benötigt man einen hochempfindlichen Film, der das Licht besser ausnützt. Man hat sich das vorzustellen wie beim Menschen: manche brauchen nur 20 Minuten in der Sonne liegen, um sich den Sonnenbrand einzufangen, andere benötigen dafür Stunden. Wie beim Film sind die schnell verbrannten die Empfindlichen, die lange bratenden die weniger empfindlichen Typen.

Ausgedrückt wurde die Lichtempfindlichkeit des Films früher in Europa mit einem DIN-Wert, in den USA mit einem ASA-Wert. Die beiden wurden zu einer ISO-Kombination zusammengelegt, so dass heute auf der Filmschachtel eine Doppelzahl zu finden ist wie z.B. ISO 400 / 27°. Die 400 entsprechen dem alten ASA-Wert, die Gradzahl dem DIN-Wert. Die ASA-Zahl hat den Vorteil, dass man die Empfindlichkeitssprünge besser sehen kann: ein 200er Film ist doppelt so empfindlich wie ein 100er Film, ein 400er wiederum doppelt so empfindlich wie ein 200er und so weiter. Bei der Gradzahl verdoppelt sich die Empfindlichkeit alle 3 Grad, d.h. 30° ist doppelt so empfindlich wie 27°.

Egal, hier noch ein paar Orientierungswerte: bei ISO 50 geht es in der Regel los, sehr wenig empfindlich, aber tierisch scharf. ISO 100 und ISO 200 sind die Standardfilme für draussen und Tageslicht, ISO 400 für den Winter (ohne Schnee) und die Dämmerung, ISO 800 und mehr ist eher was für Spezialfälle wie Aufnahmen in Kirche oder Museum, wenn Blitzen unerwünscht ist.

Wie wirkt sich die Empfindlichkeit beim Fotografieren aus ? Einfach: je empfindlicher der Film, desto kürzer die Verschlusszeit. Wenn meine Kamera bei einem ISO 100 - Film auf eine Verschlusszeit von 1/30 Sekunde besteht mit entsprechender Verwacklungsgefahr, würde dies mit einem ISO 200 - Film schon halbiert auf 1/60 Sekunde, bei ISO 400 sogar auf die 1/125 Sekunde. Oder wenn ich bei der gleichen Zeit bleiben will (weil ich z.B. ein Stativ verwende), kann ich im gleichen Mass die Blende schliessen und damit eine grössere Tiefenschärfe erreichen: Blende 2.8 bei ISO 100, Blende 4 bei ISO 200, oder Blende 5.6 bei ISO 400. Eine Blendenzahl grösser an der Kamera oder dem Objektiv entspricht einer Halbierung der Lichtmenge, genauso wie die Halbierung der Verschlusszeit. Hört sich etwas kompliziert an, ist aber im Prinzip ganz einfach, wenn man sich mal damit befasst und das nicht einfach dem Kameracomputer überlässt.

Und warum nimmt man dann nicht einfach immer einen 400er als Standardfilm ? Ganz einfach: höhere Empfindlchkeit wird auch mit Nachteilen erkauft, deren Ursachen sich in der Chemie und Physik der Emulsionen bewegen (und mein bescheidenes Verständnis deutlich übersteigen). Einfach ausgedrückt: Kontrast und Farbe nehmen bei steigender Empfindlichkeit ab, Korn nimmt zu. Ein Vergleich zweier Aufnahmen mit je einem 100er und einem 800er Film zeigt das deutlich: kräftige Farben, enorme Schärfe und guter Kontrast beim wenig empfindlichen Film, flauere Farben, sichtbares Korn und schwächere Kontraste beim empfindlichen Film. Also ist wieder mal die aktuelle Anforderung an das Bild ausschlaggebend für die richtige Wahl der Empfindlichkeit: viel Licht, wenig Bewegung --> wenig empfindlicher Film, hohe Schärfe, kräftige Farben. Wenig Licht, schnelle Bewegungen --> höhere Empfindlichkeit.

Aber auch das Negativformat spielt eine Rolle: beim Kleinbild versuche ich meistens, möglichst geringempfindliche Filme zu verwenden, um auch bei grösseren Vergrösserungen gute Ergebnisse zu erzielen. Im Mittelformat arbeite ich dagegen hauptsächlich mit ISO 400, weil selbst bei Bildern im Format 50 x 50 cm kein nennenswertes Korn zu sehen ist. Durch das grössere Negativ muss einfach weniger vergrössert werden. Dabei kann ich aber den Nachteil des Mittelformats kompensieren, die geringere Tiefenschärfe durch die längeren Brennweiten (80 mm beim Mittelformat entspricht der Standardbrennweite von 50 mm beim Kleinbild, den physikalischen Gesetzen ist es aber egal, auf welcher Kamera sie sich befinden, die Tiefenschärfe ist daher bei vergleichbaren Brennweiten im Mittelformat kleiner). Höhere Filmempfindlichkeit erlaubt hier bei gleichem Licht eine kleinere Blende, also mehr Tiefenschärfe.

Filmtypen

Ganz allgemein:

  • Schwarzweissnegativfilm
  • Schwarzweissdiafilm
  • Farbnegativfilm
  • Farbdiafilm
  • Spezialfilme (Infrarot-, UV-, Lithfilme)
So sieht im grossen und ganzen das Material aus, das im Handel erhältlich ist. Innerhalb dieser Gruppen gibt es weitere Unterscheidungen, einmal allgemein die Empfindlichkeit (s.o.), weiter bei Farbfilmen die Unterscheidung Tageslicht- oder Kunstlichtfilme, ausserdem das Entwicklungsverfahren bei Dia- und Schwarzweissfilmen. So herrscht denn die grosse Unübersichtlichkeit, die nur deshalb niemanden stört, weil der Interessierte sich informiert, und der Uninteressiert oder Anfänger einfach den Fuji Superia, Kodak Farbwelt oder Agfa Vista Standardfilm kauft und gar nicht weiss, was ihm vielleicht entgeht.

Warum so viele Filmtypen ? Wie bei den Objektiven auch ist es eine Frage der Anforderungen. Und wie ein 50 mm Standardobjektiv eben nicht alle Situationen abdeckt, kann auch ein einziger Film nicht alle Anforderungen abdecken. Der Fotograf muss sich letzten Endes entscheiden, welches der beste Kompromiss für die jeweilige Situation ist. Diese Entscheidung fällt also einmal auf der Ebene der Filmtypen allgemein (Dia, Negativ, Farbe, Schwarzweiss), und dann innerhalb der Typen wieder bezogen auf die Eigenschaften der Filme. Vorweg also die Typenfrage.

Farbe oder Schwarzweiss ?

Eine Frage des Geschmacks, der Vorlieben, und eventuell der Ambitionen in Richtung Heimlabor. Ich persönlich liebe Schwarzweissfilm, die Bilder haben ein ganz eigenes Flair, und die Konzentration auf Kontraste und Helligkeit erzwingt eine abstrakte Sehweise, die mir persönlich sehr viel Freude macht. Klassische Schwarzweissfilme haben dazu einen ganz handfesten Vorteil: ihre Haltbarkeit. Ein gut fixierter und gewässerter Schwarzweissfilm ist bei sachgemässer Lagerung auch in 100 Jahren noch einwandfrei zu vergrössern, wenn die Farbfilme nur noch ein Schatten ihrer selbst sein werden. Das selbe gilt für das Papier: Farbabzüge und Schwarzweissabzüge mögen heute gleich brilliant und kräftig aussehen, in 50 Jahren aber wird ein gravierender Unterschied erkennbar sein. Der Effekt ist wohl trotz aller modernen Verfahren in der Farbtechnologie noch aktuell, wer sich also mit seinen Bildern für immer unsterblich machen möchte, sollte dieses Detail vielleicht berücksichtigen.

Klassische Schwarzweissfilme lassen sich problemlos im heimischen Badezimmer entwickeln. So hat man selber Einfluss speziell auf die Empfindlichkeit (Über- oder Unterbelichtungen, Pushen oder Pullen), was im komerziellen Bereich sonst nur über das (teure) Fachlabor möglich ist. Die Entwicklung daheim ist sicher die preiswerteste und technisch beste Lösung. Wenn die Negative anschliessend via Scanner in den Computer überführt werden, spart das die alten Kontaktstreifen zur Kontrolle der Bilder, am Bildschirm lässt sich das schneller und besser machen. Und nur die schönsten Negative kommen dann in den Vergrösserer oder ins Fachlabor.

Farbfilme sind dem gegenüber bei Fremdentwicklung heute wohl die bessere Lösung. Die meisten Labore sind auf Schwarzweiss nicht mehr eingerichtet, und wenn, dann wird nach meiner Erfahrung oft der Lehrling in die Dunkelkammer geschickt, damit er das auch noch lernt, mit mässigem Ergebnis. Farbe ist Standard, wesentlich billiger, und oft mit brauchbarer Qualität auch aus dem Versandlabor erhältlich.

Und natürlich bestimmt auch das Motiv die Wahl: der klassisch kitschige Sonnenuntergang kommt Schwarzweiss nicht so gut rüber, Portraits oder auch Landschaften sind bei richtigem Licht schwarzweiss häufig schöner als in Farbe. Farbe kann stören, wenn sie nicht passt, und in meinen Augen ist es schwieriger, richtig gute Farbfotos zu machen. Bei Schwarzweiss brauche ich mich "nur" mit Helligkeit und Kontrasten herumzuschlagen, bei Farben kommt noch dieser Parameter hinzu.

Dia oder Negativ ?

Hier ist vor allem die gewünschte Präsentation ausschlaggebend. Diamaterial hat jedoch unabhängig davon einen riesigen Vorteil: der Fotograf bestimmt das Bild wesentlich direkter als beim Negativ. Das Dia zeigt das Bild genau so, wie der Fotograf es aufgenommen hat. Kein Labor pfuscht noch mit der Belichtung und Farbeinstellung bei der Vergrösserung dazwischen, zudem wirken Farben und Kontraste in der Projektion wesentlich brillianter als auf dem kleinen Papierabzug. Daraus ergibt sich allerdings auch ein Nachteil des Dias: der Belichtungsspielraum ist wesentlich geringer als beim Negativfilm. Das Dia zeigt die Aufnahme, wie sie ist. Kann ein unterbelichtetes Negativ beim Vergrössern noch etwas korrigiert werden, gibt es hier keine Möglichkeit der Korrektion. So muss der Diafotograf wesentlich genauer bei der Belichtungsmessung arbeiten, lieber einmal Belichtungsreihen machen, hat dann aber auch ein perfektes Ergebnis.

Wer Bilder auf Papier verschicken möchte, Alben oder Schaukästen bestückt oder keine Möglichkeit zur Präsentation hat, fährt mit dem Negativ besser. Auch zum Scannen in Flachbett- oder Filmscannern eignen sich Negativfilme besser.

Wer gedenkt, seine Bilder über Agenturen oder an Zeitungen zu verkaufen, fährt dagegen mit Diamaterial besser. Die Bilder werden auf dem Leuchtpult betrachtet, beurteilt und bei Bedarf eingescannt, so dass die gesamte Abwicklung hier auf Diamaterial abgestimmt ist.

Wer sehr viele Bilder macht, hat bei Diamaterial unter Kostengesichtspunkten einen Vorteil. Zwar sind die Filme etwas teurer, dafür entfallen die Kosten für die Vergrösserungen. Ein einfacher Diaprojektor ist für unter 100 EUR zu kriegen, so dass auch die Projektion für wenig Geld erfolgen kann.

Allgemein würde ich jedem, der sich ernsthafter mit der Fotografie befasst, zuerst die Arbeit mit Diamaterial empfehlen, und zwar aus dem oben genannten Grund, dass das Ergebnis genau das ist, was man selber erzeugt hat. Sobald eine Vergrösserung mit im Spiel ist, kann man den Einfluss des Labors bei der Vergrösserung überhaupt nicht mehr beurteilen. So fällt die Optimierung der eigenen Arbeit schwer, zudem hilft die teuerste und modernste Kamera nichts, wenn die Bilder anschliessend im Stundenlabor im Supermarkt vergrössert werden, wo die Entwicklungsbrühe zufällig kurz vor dem Wechseln steht und das Thermostat gerade nicht richtig eingestellt war. Pech für die Kuh Elsa, aber sehr frustrierend für den Fotografen, der sich ein ganz anderes Ergebnis vorgestellt hatte.

Schwarzweiss ist nicht gleich Schwarzweiss

Weiter oben habe ich in einigen Punkten ausdrücklich von "klassischen" Schwarzweissfilmen geschrieben. Das hat seinen Grund, denn es gibt heute eine Gruppe von Filmen, die zwar Schwarzweiss aussehen, in Wirklichkeit aber Farbfilme sind: die sogenannten chromogenen Filme, oder auch C41-Schwarzweissfilme, nach dem Entwicklungsprozess so genannt, den sie durchlaufen müssen. Vertreter dieser Gattung sind zum Beispiel der XP2-Super von Ilford oder der Portra SW von Kodak. Für den Schwarzweissliebhaber ohne eigenes Labor sind das die besten Filme, die der Markt zu bieten hat: sie werden im normalen Farblabor entwickelt (daher der Name nach dem Standardprozess für Farbe, C41), und können sowohl auf Farbpapier (meistens mit einem Farbstich) billig vergrössert werden, gleichzeitig aber auch auf klassischem Schwarzweisspapier für die "richtigen" oder besonders schöne Abzüge. Neben der Verarbeitung im Standardlabor bieten diese Filme aber noch andere Vorteile.

Belichtungsspielraum, Schärfe und Tonwertumfang C41-Schwarzweissfilme können extrem unter- oder überbelichtet werden, ohne dass der Entwicklungsprozess angepasst werden muss. Die Ergebnisse sind brauchbar, wenn auch etwas flauer als bei optimaler Belichtung. Mit XP2 habe ich optimale Ergebnisse bei ISO 320 - 400 erzielt, brauchbare Bilder aber auch zwischen ISO 50 und ISO 1600 erhalten.

Ein weiterer Pluspunkt dieser Filme ist die Schärfe. XP2 entspricht nach meiner Erfahrung in der Schärfe bei ISO 400 etwa dem klassischen Schwarzweissfilm Delta 100 von Ilford, und das ist anerkanntermassen einer der schärfsten Filme auf dem Markt. Und das bei 2 Blenden höherer Empfindlichkeit ! Neben der messbaren Schärfe spielt hier auch der subjektive Eindruck eine Rolle, der wohl daher rührt, dass bei chromogenen Filmen keine Silberkristalle ein sichtbares Korn bilden können, sondern "Farbwolken" einen besseren Übergang zwischen hellen und dunklen Partien ermöglichen.

Ein weiterer Pluspunkt dieser Filme ist der Tonwertumfang. Damit meint man den bereich zwischen hellstem Grau und dunkelstem (fast) Schwarz, sowie die Feinheit der Abstufung dazwischen. Je grösser der Tonwertumfang ist, desto mehr Schattierungen von Grau werden abgebildet, mit einen hohen Spielraum nach oben oder unten. Filme mit einem geringen Tonwertumfang bilden dunkle Partien schnell schwarz ab, helle Bildteile schlagen leicht in ganz weiss um, so dass keine Kontur mehr erkennbar wird. Die chromogenen Filme sind auf diesem Gebiet hervorragend.

Und wo liegen jetzt die Nachteile ? Einerseits sicher darin, dass Menschen, die lieber selber entwickeln und den Prozess beeinflussen möchten, hier kaum Ansatzpunkte finden. Unter Puristen ist der Film daher nicht sonderlich beliebt. Andererseits teilen diese Filme sich aber auch den Nachteil aller Farbfilme: die Haltbarkeit ist nicht so gut wie bei "echtem" Schwarzweissmaterial. Wer also an das Archivieren der Negative sehr hohe Ansprüche stellt, wird hier einen Kritikpunkt ausmachen. Für die Bilder gilt das naturgemäss nicht, sie können ja wie bei allen Schwarzweissfilmen auch auf "richtigem" Schwarzweisspapier vergrössert werden und erreichen so die selbe Haltbarkeit wie klassisches Material.

Ich persönlich liebe speziell den XP2 von Ilford. Sofern ich nicht selber entwickeln möchte oder kann, ist dieser Film in meiner Kamera zu finden. Eine Probe ist er auf jeden Fall wert.

Klassische Schwarzweissfilme

Hier findet sich fast alles, was das Herz begehrt: vom extrem unempfindlichen, aber superscharfen Kodak Technical Pan oder Ilford Pan-F über die normalempfindlichen Standardfilme bis zu den ganz sensiblen wie Ilford Delta 3200 und Kodak TMax 3200, die beide zwischen ISO 1600 und 3200 optimale Ergebnisse bringen, aber auch bis ISO 25000 gepusht werden können.

Nach der Entscheidung für eine bestimmte Filmempfindlichkeit auf Grund der äusseren Anforderungen besteht dann die Qual der Wahl, was den Film selber betrifft. Innerhalb der selben Empfindlichkeit gibt es häufig sogar bei ein und demselben Hersteller mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel findet sich im Bereich um ISO 100 bei Ilford sowohl der Delta 100 als auch der FP4-Plus mit ISO 125. Kodak bietet bei ISO 400 die Auswahl zwischen TMax400 und Tri-X, Ilford sogar noch eine mehr, nämlich den Delta 400, HP5-Plus und ??????????. Wo liegen die Unterschiede, warum den Einen oder Anderen wählen ?

Die Technik des Films, der chemische Aufbau, ist ein wesentlicher Unterschied. Bei neueren Filmen wie die Delta-Serie von Ilford oder TMax von Kodak werden die lichtempfindlichen Teilchen in einer Kristallstruktur angeordnet, die bei gleicher Empfindlichkeit eine wesentlich bessere Schärfe bringen. Verbesserte chemische Verfahren finden hier ihren Niederschlag. Warum sind dann aber noch nicht alle Fotografen auf diese Filme umgestiegen, warum ist die einfachere Variante oft noch im Angebot ?

Nach meiner Erfahrung haben diese Filme den Nachteil, nicht so gutmütig in schwierigen Situation zu sein wie das ältere Material. Speziell der Delta 400 reagiert nach meiner Erfahrung auf Unter- oder Überbelichtung empfindlicher als der HP5. Bietet der Delta 400 also bei optimaler Belichtung die besseren Eigenschaften, verliert sich das, wenn extrem unterbelichtet werden muss. Hier wird das Ergebnis mit dem HP5 dann besser. Daher setze ich den HP5 speziell mit Kameras oder in Situationen gerne ein, in denen die Belichtungsmessung keine zuverlässigen Ergebnisse liefert.

Ein weiterer Grund für die Verfügbarkeit dieser Filme ist, dass die Wahl eines Films in vieler Hinsicht eine Geschmacks-, Erfahrungs- und Gewohnheitssache ist. Liest man die vielen Diskussionen um die richtige Filmwahl im Internet, ist eine häufige Begründung für die Wahl oder Ablehnung eines Produktes rein subjektiv: Korn, Verhalten in schwierigen Lichtsituationen, Kontrast, Umsetzung der Farben, alles Dinge, die sich so oder so bewerten lassen. Jeder Film hat seine Fans und seine Kritiker, und das dürfte auch ein Grund für das Nebeneinander der verschiedenen Produkte bei dem selben Hersteller sein.

Wesentlich bei Schwarzweissmaterial ist aber auch die Entwicklung im Heimlabor. Optimale Ergebnisse sind das Ergebnis von Übung und Erfahrung. So schiessen sich die meisten Fotoliebhaber auf wenige Kombinationen aus Film und Entwickler ein, die sie nach und nach beherrschen, deren Vorteile und Tücken sie kennen. Erstaunlich ist dabei, wie unterschiedlich sich der selbe Film in unterschiedlichen Entwicklern und bei unterschiedlichen Parametern verhält (Zeit, Temperatur, Verdünnung). Das Feld ist so weit, dass ich hier nur dazu raten kann, im Selbstversuch die den individuellen Ansprüchen genügenden Kombinationen zu finden. Und wichtig: anschliessend dabei zu bleiben ! Erfahrung ist ein wichtiges Kriterium auf dem Weg zur Beherrschung der Technik, und es scheint mir klar zu sein, dass ich keine vorhersehbaren Ergebnisse erzielen kann, wenn ich monatlich auf neue Produkte umsteige, deren Eigenschaften ich nicht kenne !

Für den Anfänger würde ich zu den älteren Allround-Filmen wie dem FP4 oder HP5 von Ilford raten, alternativ AgfaPan 100 oder entsprechende Forma- bzw. Orwo-Typen (diese kenne ich persönlich noch nicht, Informationen hierzu finden sich bei Brenner). Diese Filme reagieren relativ unempfindlich auf Fehler in der Belichtung und Entwicklung und kosten zudem weniger als die Delta-/TMax-Varianten.

Letztere sowie die Spezialfilme für extrem scharfe oder wenig Licht werden dann aktuell, wenn man seine persönlichen Anforderungen kennt und gezielt für bestimmte Projekte Filme mit diesen Eigenschaften benötigt.

Schwarzweiss-Diafilme

Viele Fotografen lieben diese Spezies, auch wenn die Auswahl an Filmen minimal ist. Prominentester Vertreter ist der Agfa Scala 200, der allerdings nur in einigen Speziallabors entwickelt werden kann (was aber via neuerdings beiliegendem Versandbeutel kein Problem darstellt). Die Anwender dieses Films überschlagen sich schier vor Begeisterung, ich selber habe aber noch nie mit einem Schwarzweiss-Diafilm gearbeitet, daher kann ich dazu nicht viel sagen. Interessant wohl vor allem für Fotografen, die sowieso Dia-orientiert sind und wo auf diese Weise Schwarzweiss in die vorhandene Infrastruktur passt, sowie für Agenturfotografen.

Farbnegativfilme

Ein wahrlich weites Feld ! Neben den beiden ganz grossen Anbietern, Kodak und Fuji, tummeln sich hier noch einige kleinere Firmen (zumindest, was die Verkaufszahlen bzw. den Marktanteil angeht, häufig stecken durchaus respektable Konzerne dahinter), wie Agfa, 3M (Solaris) und Konica. Daneben gibt es eine ganze Reihe von Noname-Marken, vor allem die über Kaufhausketten oder Drogerien vertriebenen Filme, hinter denen sich aber fast immer auch ein Produkt von Kodak oder Agfa versteckt.

Insgesamt lassen sich die Filme in 3 Hauptgruppen aufteilen:

Billigfilme für die Urlaubsknipserei
Dazu gehören die Noname-Produkte, aber auch z.B. der von Aldi vertriebene Kodak-Film. Technisch sind das einwandfreie Produkte, die lediglich nicht dem letzten Stand der Entwicklung darstellen, sondern in der Regel einer auf dieser Weise weiter vertriebenen älteren Generation der aktuellen Markenfilme entsprechen. Preis ist hier ein Hauptkriterium, und ob Tante Hildes Haut auch bei Kunstlicht noch farbrichtig aussieht, spielt hier nicht so die grosse Rolle, Hauptsache, Tante Hilde ist auf dem Bild erkennbar. Das soll beileibe nicht heissen, dass es sich hierbei um schlechte Filme handelt, ich selber habe sie vor allem in meine Studentenzeit viel verwendet, weil einfach kein Geld für den letzten Stand der Technik da war, und die Ergebnisse sich sich nur im direkten Vergleich wirklich unterschieden.

Standardmaterial
Keine Ahnung, wie man die Filme nennen soll. Gemeint sind die aktuellen Markenfilme für den Konsumbereich, Kodak Farbwelt (Kodak Gold in den meisten Ländern), Fuji Superia oder Agfa Vista. Für den Amateur ist dies perfektes Material. Im Gegensatz zum Schwarzweissfilm, wo die älteren Filmgenerationen spezifische Vorteile auch ihren moderneren Kollegen gegenüber haben, sind die technischen Fortschritte hier eindeutig. Vor allem die wirklichkeitsgetreue Darstellung der Farben, speziell der Hautfarben, auch bei schwierigen Lichtverhältnissen hat sich gegenüber früher extrem verbessert. Dazu sind auch Schärfe und Kontrast auf einem Niveau, das man vor wenigen Jahren nur mit wesentlich unempfindlicheren Filmen erreichen konnte. Die Wahl des richtigen Films würde ich vor allem auf Grund des Labors treffen. Agfas Vista-Filme entfalten ihre volle Pracht erst, wenn sie in dem dazugehörigen Prozess verarbeitet werden. Bei Kodak und Fuji verhält sich das ähnlich, vor allem das Papier und die Belichtungseinstellungen der Automaten im Labor müssen zusammenpassen.

Professional-Filme
Kodak und Fuji bieten neben dem Standardmaterial weitere Filme an, die dem Sektor der Berufsfotografen zugeordnet werden. Dazu gehören bei Farbnegativfilmen z.B. die Kodak Portra - Reihe oder Fujis NPH. Diese sind in erster Linie für den Einsatz mit Hochzeitsfotografen gebaut worden, wo dezente Farben und optimale Hauttöne im Vordergrund stehen. Bei Diamaterial haben beide Firmen ebenfalls Professional-Linien, die sich aber weniger durch ihre Abbildungseigenschaften unterscheiden, sondern vor allem auf den Einsatz abgestimmt sind. Berufsfotografen haben Ansprüche an Film, die den Amateur selten betreffen. Dazu gehört vor allem die Reproduzierbarbeit der Ergebnisse. So werden Belichtungsmessung, Farbtemperaturen und Entwicklung so genau auf einen Film eingestellt, dass es für den Fotografen wichtig ist, diese Einstellung ohne grosse Testerei wiederholen zu können. Das wird durch den Einkauf grösserer Mengen aus dem gleichen Fertigungslos erreicht, deren Verhalten aber dann absolut identisch sein sollte. Film unterliegt den selben Schwankungen in der Herstellung wie andere Produkte auch: jeder Film ist ein bisschen "anders", so wie auch nicht jedes Auto, das vom Band rollt, identisch ist, sondern auf Grund von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Maschineneinstellungen etc. Toleranzen in der Fertigung aufweist. Bei Profimaterial müssen die Toleranzen so klein wie möglich sein, die Herstellung ist auch aus diesem Grund in der Regel teurer.

Auch die Verwendung ist anders: ein Amateurfilm wird bei allen möglichen Temperaturen verwendet und gelagert. Er muss auch mal ein Jahr in der Kamera überleben und soll dann immer noch gute Ergebnisse produzieren. Profimaterial wird meistens gezielt und schnell verbraucht, die Lagerung erfolgt unter kontrollierten Bedingungen, und nach der Belichtung erfolgt die Entwicklung sehr schnell.

Aber auch für den Amateur sind einige der Profifilme auf Grund ihrer Eigenschaften interessant. Dazu gehört vor allem die Portra-Reihe von Kodak. Es gibt sie in mittlerweile 4 Versionen : als NC (natural colour) für eine natürliche Farbdarstellung, optimal vor allem bei Portraits, als VC (vivid colour) mit stärkeren Farben für allgemeine Bilder, wo immer noch der Hautton sehr wichtig ist, als UC mit einer Verstärkung der Farben (ähnlich Agfa Ultra Color) sowie in einer SW-Version, C41-Schwarzweiss, die aber für den Amateur weniger interessant ist. Mich persönlich haben vor allem die NC-Filme beeindruckt. Auch wenn sie für Naturbilder etwas zu blasse Farben erzeugen (zumindest gemessen an den heutigen Ansprüchen, wo alles ziemlich grell sein muss), so ist die Darstellung von Hauttönen bei Portraits damit unerreicht gut.

Interessant ist auch, dass die Definition von Professional in den Ländern dieser Welt unterschiedlich ist. Das trifft vor allem auf Diamaterial zu. In den USA sind Dias etwas für den Profi. Alleine die Projektoren sind im normalen Handel kaum zu finden, die Filme haben sich nie so verbreitet wie in Europa, wo das Dia teilweise sogar den Ruf der Arme-Leute-Fotografie hat, weil sie eben für den Anwender billiger ist als Vergrösserungen. Daher läuft in den USA das Kodak Diamaterial voll unter dem Professional-Programm, während es in Europa in fast jedem Kaufhaus zu finden ist.

Ein Sonderfall unter den Farbfilmen ist der Agfa Ultra Color 100. Den Nachteil der relativ geringen Empfindlichkeit (für Stativbenutzer sowieso kein Nachteil) gleicht er durch extrem gute Schärfe wieder aus, interessant ist aber die Darstellung der Farben: sie werden regelrecht verstärkt. Ich habe den Film sehr schätzen gelernt, wenn Naturbilder an trüben Tagen das Thema sind, die Intensität der blauen und grünen Farbanteile ist bestechend. Im Gegensatz zum Vorgänger, dem Ultra 50, werden jetzt aber die Hauttöne sehr natürlich abgebildet, so dass der Film auch für normale Einsätze geeignet ist.

Farbdiafilme

Im Prinzip gilt hier dasselbe wie bei den Farbnegativfilmen, mit dem Unterschied, dass die "Billiglinie" fehlt. Es gibt also normales und Profi-Material. Und einen Sonderfall: Kodachrome ! Der Sonderfall ergibt sich aus der Entwicklung. Allgemeine Diafilme wie die von Fuji oder auch Kodaks Filme werden im sogenannten E6-Prozess entwickelt. Dieser wird von den meisten Labors durchgeführt und verläuft ähnlich wie die normale Farbfilmentwicklung. Kodachrome dagegen benötigt einen ganz speziellen Enticklungsprozess, der nur ein ganz wenigen Kodak-Labors weltweit ausgeführt wird. Daher ist mit dem Kauf des Films die Entwicklung in Form eines Einsendebeutels bereits enthalten. Aussuchen kann man lediglich noch zwischen der reinen Entwicklung oder Entwicklung mit Rahmung in den klassischen Kodak Papprähmchen.

Welchen Film verwenden ? Ähnlich wie beim Negativmaterial hat sich auch beim Dia der Trend zu verstärkten Farben durchgesetzt. Kodachrome bildet also im Vergleich zu anderen Filmen Farben eher natürlich ab, während bei Anforderungen an krassere Farben (Naturfotografie z.B.) die dafür optimierten Filme von Vorteil sind. Mir persönlich gefällt Kodachrome in diesem Bereich nach wie vor am besten, zudem hat er einen Vorteil: in Dunkelheit hat er eine bessere Haltbarkeit als die anderen Diafilme. Umgekehrt heisst das, dass bei häufiger Projektion Kodachrome diesen Vorteil nicht ausspielen kann.

Wahl des Materials

Welchen Film man letzten Endes zu seinem Vorzugsmaterial macht, spielt eigentlich keine Rolle. Kosten, Verfügbarkeit und Einsatz sind Kriterien, aber auch die persönlichen Präferenzen (Farbe, Korn) sowie natürlich das Labor respektive die Möglichkeiten der Eigenverarbeitung. Empfehlen würde ich auf jeden Fall nur, dem einmal gewählten Material die Treue zu halten. Gerade in schwierigen Situationen muss man sich auf seinen Film verlassen können, das heisst, dass man vor allem die Auswirkungen schwieriger Bedingungen (wenig Licht, Blitz etc.) kennen sollte.

Jeder Film hat neben der aufgedruckten Empfindlichkeit eine tatsächliche Empfindlichkeit, sowie einen individuellen Belichtungsspielraum. Unter welchen Bedingungen ein Film optimale Ergebnisse liefert, wie weit man unter- oder überbelichten kann, ohne dass das Ergebnis zu sehr leidet, muss jeder Fotograf mit seiner spezifischen Ausrüstung am besten durch systematisches Eintesten herausbekommen. Denn auch der Belichtungsmesser der Kamera ist an diesem Prozess beteiligt, auch hier gibt es Toleranzen. Auf der sicheren Seite liegt man also in jedem Fall, wenn man ein oder zwei Filme opfert und ganze Belichtungsreihen macht, um die optimale Einstellung zu ermitteln und die Grenzbereiche zu kennen. Ausgehend von der Standardeinstellung und der Angabe des Belichtungsmessers der Kamera wird also einmal eine Reihe Bilder mit immer weniger Licht (Blende zu oder Zeit verkürzen) gemacht, dann die Reihe mit immer mehr Licht. Dabei sollte z.B. eine Tafel im Bild stehen, die einem die Zuordnung später ermöglicht. Stellt sich dann heraus, dass z.B. ein 200er Film ein optimales Ergebnis liefert, wenn ich um eine Blendenstufe überbelichte, kann ich das in Zukunft fest einstellen, indem an Kamera oder Belichtungsmesser die Filmempfindlichkeit auf ISO 100 setze statt auf 200. Auf diese Weise "denkt" die Kamera, es handle sich um einen 100er-Film, und belichtet automatisch diesen länger als beim eigentlichen 200er-Film.

Und ganz wichtig, wenn "offizielle" Anlässe anstehen wie Hochzeit, Stadtfest und ähnliches, und man als Hof-Fotograf unbedingt gute Bilder liefern muss: nur mit vertrautem Material arbeiten, und möglichst nur mit ein oder zwei Filmtypen ! Lieber alles auf 400er Film, den man ohne zu Überlegen wechseln kann, als eine Gemischtwarenhandlung an 200ern, 400ern und 800ern in der Fototasche zu haben, vorsichtshalber und für alle Lichtfälle, und im Eifer des Gefechts dann den falschen Film zu nehmen oder (bei mechanischen Kameras) die Filmempfindlichkeit an der Kamera nicht umzustellen. Ich spreche hier aus eigener leidvoller Erfahrung. Speziell Anlässe wie Hochzeiten lassen absolut keinen Spielraum, man muss sich wirklich voll auf den Ablauf und die Bilder konzentrieren können, jede zusätzliche Gedenkminute über Ausrüstung und Film gefährdet das ganze Ergebnis. Also, in solchen Fällen ausschliesslich mit bekanntem Material antreten, sowohl bei der Ausrüstung (die Kamera muss man blind beherrschen) als auch beim Film.

Einkauf

Film ist im Grunde ein organisches Material. Auf dem durchsichtigen Trägermaterial aus Kunststoff wird die lichtempfindliche Emulsion aufgegossen, und diese Schichten auf dem Film sind relativ empfindlich. Gegen mechanische Einflüsse sowieso (Kratzer), aber auch gegen hohe Temperaturen. Mir graust es daher, wenn ich im Sommer vor Drogerien die grossen Körbe mit den Filmen im Sonderangebot in der prallen Sonne stehen sehe. Auch ewige Lagerzeiten unter unkontrollierten Bedingungen tun dem Material nicht unbedingt gut. Man ist also auf jeden Fall gut beraten, sich eine seriöse Quelle für die Filme zu suchen. Seriös heisst dabei für uns, dass die Filme richtig gelagert werden, und dass man einen einigermassen grossen Umsatz des Ladens erwarten kann, also nicht mit uralter Lagerware rechnen muss. Das ist in jedem Fall im spezialisierten Handel der Fall, dem Fotofachgeschäft oder Firmen wie Brenner, aber z.B. auch bei Discountern wie Aldi, die schnell grosse Mengen umsetzen.

Einen Sonderfall stellt das Fuji-Labor in der Schweiz dar. Wenn hier die Filme per Versandbeutel zur Entwicklung eingesendet werden, erhält man neben sehr guten Vergrösserungen auch immer einen Gratis-Ersatzfilm zurück. Und zwar keinen Billigfilm, sondern den ganz normalen Fuji Superia 200. Kann man sich auf dieses Material beschränken, muss man praktisch nie wieder Filme kaufen und erhält frische Ware direkt von der Quelle. Auf Grund der positiven Erfahrung kann ich dieses Labor nur empfehlen, und die Filme dazu.

Filme im Ausland

Der Urlaub steht bevor, und die Frage stellt sich, wieviel Filme man mitnehmen soll, welche, und ob man nicht besser vor Ort welche kauft. In den europäischen Urlaubsländern ist der Kauf in der Heimat sicher die beste Lösung. Einmal sind Filme fast überall teurer, zumal wenn man auf den Souvenirladen um die Ecke angewiesen ist, ausserdem ist auch nicht sicher, ob das gewünschte Material überhaupt zu finden ist. Dazu kommen wenig optimale Lagerbedingungen, vor allem in heissen Ländern. Also besser eine grössere Menge frischen Films beim heimatlichen Fachhändler oder Versandhändler einkaufen und in der Kühltasche mitnehmen. Jetzt muss man nur noch dafür sorgen, dass die Filme auch einigermassen kühl bleiben. Im Auto lässt sich das Aufwärmen kaum ganz vermeiden, aber es hilft, wenn die Filme in einer der kleinen weichen Kühltaschen gestaut und möglichst weit unten, vielleicht sogar in der Nähe der Lüftungsöffnungen, verstaut werden. Auf jeden Fall sollten sie nicht der direkten Sonne ausgesetzt sein.

Bei interkontinentalen Reisen sieht die Situation eventuell anders aus. Einmal sind viele Filme z.B. in den USA ebenso erhältlich wie bei uns, wenn auch nicht immer so günstig. Zum anderen vermeidet man durch den Kauf vor Ort das Röntgen der Filme am Flughafen. Bedingt durch die immer schärferen Kontrollen an den Flughäfen wird auch immer weniger Rücksicht auf die Wünsche der Amateurfotografen genommen. Für eine längere Reise in den USA oder Kanada würde ich daher via Internet eine Quelle vor Ort ausfindig machen, sowie eventuell auch gleich ein Labor, so dass man nur einige Filme als Grundausrüstung mitnimmt und die grosse Menge erst vor Ort erwirbt und auch verarbeitet.

In die weniger entwickelten Regionen dieser Erde müssen die Filme weitgehend vollständig mitgebracht werden. Sie sollten dabei unbedingt im Handgepäck transportiert werden, und man sollte versuchen, eine Handkontrolle der Filme zu erreichen, so dass sie nicht durch die Röntgengeräte müssen. Die im Handel erhältlichen Bleibeutel nützen dabei weniger, sie können sogar schädlich sein, da die modernen Röntgengeräte ihre Leistung so weit erhöhen, bis der Sicherheitsbeamte auch den Inhalt des Beutels erkennen kann. Ausserhalb des Bleibeutels liegendes Material (z.B. der Film in der Kamera) kann dadurch wesentlich stärker beschädigt werden als in der normalen Kontrolle.

Wer im Urlaub vor Ort Filme kaufen möchte, findet eine reiche Informationsquelle in Internetseiten wie www.photo.net. In den Diskussionsforen findet man auf Nachfrage oft Kontakte aus dem Zielgebiet, die einem genau Adressen und Kontakte geben können, so dass man auch ohne Ortskenntnis gut vorbereitet am Zielort loslegen kann.

Lagerung

Vor allem wenn man Filme in grösseren Mengen kauft, ist die Lagerung ein wichtiges Thema. Mein Vorrat ist dreigeteilt: der kurzfristige Bedarf (1 Woche) liegt in der Fototasche, gewissermassen auf Betriebstemperatur und fertig für den Einsatz. Ein weiterer Teil lagert im Kühlschrank. Je kälter es ist, desto besser für den Film. Aus dem Kühlschrank sind die Filme in etwa 1 Stunde auf Umgebungstemperatur. Der grösste Teil liegt jedoch im Gefrierschrank. Tiefgefrorener Film ist auch weit über das offizielle Haltbarkeitsdatum hinaus brauchbar, so dass dies vor allem bei grösseren Vorräten eine optimale Lösung darstellt. Berücksichtigen muss man dabei jedoch, dass der Film mindestens einen Tag vor dem Gebrauch aus dem Tiefkühler geholt wird, damit er langsam auftauen kann.

Zu kalter Film hat zwei Nachteile: er reisst leichter (gefrorenes Material), und in wärmerer feuchter Luft bilden sich Kondenswassertröpfchen auf dem Film, die einmal optisch von Nachteil sind, andererseits aber auch der Kamera schaden können, wenn das Wasser nicht schnell genug abtrocknen kann und in der Kamera bleibt.

Verarbeitung

Wie in den Verpackungen angegeben sollte Film nach der Belichtung so schnell wie möglich verarbeitet werden. Einmal belichtet, ist die Emulsion noch weniger stabil als im unbelichteten Zustand.

Für die Entwicklung und Vergrösserung stehen neben der Eigenentwicklung, die meistens ja nur für Schwarzweissmaterial in Frage kommt, mehrere Möglichkeiten offen:

  • das 1-Stunden-Billiglabor in der Drogerie oder dem Supermarkt um die Ecke
  • der Fotoladen oder die Fotoabteilung im Kaufhaus
  • das Versandlabor
  • das Fachlabor
Vom Billiglabor würde dem ich dem Amateur grundsätzlich abraten. Nach meiner Erfahrung sind das in der Regel reine Automatenlabore, die ohne wirklich ausgebildetes Fachpersonal Filme nach Vorgaben des Maschinenherstellers durchschleusen. Auf besondere Anforderungen kann hier selten Rücksicht genommen werden.

Spezielle Fotofachgeschäfte und Fachabteilungen in Märkten arbeiten zwar auch oft mit den Automaten, verfügen aber oft wenigstens über besser ausgebildetes Personal, so dass man auch Sonderwünsche oder Reklamationen anbringen kann. Zudem werden hier auch Spezialarbeiten angenommen, Schwarzweiss zum Beispiel.

Versandlabore können sehr billig und auch sehr schlecht sein, es gibt aber auch sehr gute darunter, die einem Fachlabor in den Standardarbeiten kaum nachstehen. Herausfinden lässt sich das nur durch Probieren. In der Schweiz habe ich ein hervorragendes Versandlabor bei Fuji gefunden. Die Qualität ist fast immer hervorragend, und für spezielle Aufgaben kann man mit den Leuten auch entsprechende Bedingungen vereinbaren. Hatte ich Kommunions- und Hochzeitsfotos anfangs nur im Fachlabor entwickeln lassen, bin ich dann wegen der Kosten doch zum Versandlabor zu Fuji gegangen. Auf Absprache erhielt ich die Sendung eingeschrieben zurück (wer möchte schon die Bilder einer Kommunion auf dem Postweg verlieren und das anschliessend den Eltern der Kinder erklären müssen...). Das Fachlabor ist qualitativ sicher die Krönung. Allerdings haben auch die Preise königliches Niveau. Dennoch, wenn extrem grosse oder anspruchsvolle Bilder gefordert sind, ist das Fachlabor für mich unumgänglich. Auch spezielle Verfahren wie Plots für Lichtkästen kann man hier kriegen, sowie in der Regel auch Rahmungsarbeiten. Fachlabore gibt es in grösseren Städten, zu finden in den gelben Seiten oder dem Telefonbuch.

Einen Sonderfall stellt der Brenner Fotoversand und die mit ihm verbundenen Labore dar. Hier lassen sich fast alle Verfahren auf dem Postweg und zu vernünftigen Preisen erhalten, insbesondere auch Vergrösserungen von Panoramabildern und Mittelformat. Letzteres ist sonst fast ausschliesslich im Fachlabor zu kriegen.

Qualität

Viele Liebhaber der Fotografie starten mit einer relativ guten Kamera, einem mittelmässigen Zoomobjektiv, und einem billigen Fotolabor. Und sind anschliessend enttäuscht von den Ergebnissen. Wohlhabende Menschen kaufen dann die teurere Kamera, das noch umfanreichere Zoom, ohne dass dadurch die Ergebnisse besser werden. Nicht so wohlhabende Menschen geben oft einfach auf.

Wenn man vor dieser Situation steht, helfen oft 2 Dinge:

  • eine 50 mm Festbrennweite oder ein wirklich gutes Zoomobjektiv kaufen (nicht die Standardzooms in den Komplettangeboten, auch nicht die Superzooms von 28-300 mm, sondern eines der etwas teureren Objektive der jeweiligen Kameramarke).
  • einen Diafilm einlegen, hier pfuscht kein Labor dazwischen, what you see is what you get
  • oder einen Negativfilm in ein gutes Labor bringen, egal was der Abzug kostet
  • ein Stativ verwenden
Nach meiner Erfahrung ist das der einzig sinnvolle Weg zu besseren Bildern, wenn man mit dem aktuellen Ergebnis nicht zufrieden ist. Die ultramodernste Kamera hilft wenig, wenn die Bilder verwackelt sind, das Objektiv Flaschenbodenqualität hat und das Labor den Film in uralter Brühe entwickelt.

Aber das Wichtigste an der ganzen Geschichte: rausgehen und Bilder machen, das bringt mehr als stundenlanges Studium der neuesten Fotozeitungen. In diesem Sinne: Computer ausschalten, Film (oder Speicherkarte...)in die Kamera, und nichts wie raus !

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