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Giger Museum Gruyere

Canon EF 28-105 mm / 3.5-4.5

Eigentlich hätte ich den Text des 24-85 mm Zooms kopieren können, die Brennweite austauschen, und das wär's gewesen. Aber erstens ist das langweilig für den Leser, und zweitens trifft es doch nicht so ganz zu. Denn auch wenn die optische Qualität vergleichbar ist, die Brennweitenverschiebung sorgt doch für Unterschiede im Einsatz und Verwendungszweck.

Laufental bei Basel Ich habe das Zoom als Ersatz für das popelige 28-80 mm Zoom gekauft, das im Paket mit der Canon EOS 500 meiner Frau enthalten war. Da sie sehr viel an Sportveranstaltungen der Kinder fotografiert, wollten wir ein schnelleres, leiseres, optisch besseres und ein bisschen längeres Objektiv als das Standardzoom erwerben.

Das 28-105 war ein Volltreffer. Mittlerweile ist es auch schon wieder 3 Jahre alt, wird viel benutzt, aber versieht klaglos und ohne Alterungserscheinungen seinen Dienst. Die EOS 500 ist einer EOS 300 gewichen, das Objektiv habe ich jedoch behalten. Die Versuchung war gross, auf das neue 28-135 Zoom mit Image Stabilizer umzusteigen, aber das Mehr an Preis, Gewicht und Grösse haben mich davon abgehalten. Eher wird demnächst ein 75-300 IS die Palette ergänzen, um die längeren Brennweiten abzudecken.

Aktuell ist das Objektiv in seiner 2. Version auf dem Markt. Gemäss Canon unterscheidet es sich nur in der Optik von Nr. 1, so dass auch die Mk I genannte Urversion problemlos gebraucht erworben werden kann und die nachstehenden Zeilen auf beide zutreffen sollten.

Gemäss den verfügbaren Testberichten schneidet das 28-105 in der Abbilungsqualität hervorragend ab. Damit ist es unterhalb der L-Zooms (entsetzlich teure Profizooms von Canon) sicherlich das beste Allround-Objektiv der Canon-Mittelklasse.

Röschenz Unabdingbare Voraussetzung für gute Bilder ist aber auch hier, ähnlich wie beim 24-85, die Sonnenblende (Gegenlichblende). Sie muss separat erworben werden und wird über ein Bajonett auf dem Objektiv befestigt. Sie hat die für den Weitwinkelbereich typische ausgeschnittene Tulpenform und kann bei Nichtgebrauch umgekehrt auf das Objektiv gesteckt werden. Dadurch verkürzt sich zwar die Länge, nicht aber der Durchmesser. Kleine Fototaschen haben damit ihre Probleme, das Teil sollte aber in jedem Fall immer verwendet werden (ausser bei Blitzaufnahmen, da sie hier zu Abschattungen führen kann).

Die wichtigsten Eigenschaften des 28-105 :

  • Brennweitenbereich 28 - 105 mm bei einer grössten Blenden von 3.5 - 4.5.
  • Ringförmiger Ultaschallmotor für den Autofocus-Antrieb
  • Innenfocussierung, dadurch nicht mitdrehende Frontlinse
28 mm ist ein gemässigtes Weitwinkel. Mit diesem Brennweitenbereich lassen sich Innenräume gut erfassen, kleinere Gruppen auf engem Raum, oder auch Landschaftsaufnahmen mit ausreichendem Vordergrund. Dramatische Perspektiven, wie sie mit dem 24-85 schon in Ansätzen möglich sind, lassen sich kaum erzielen, dafür treten aber auch nicht die ungewollten Verzerrungen auf, die für extremere Weitwinkel typisch sind.

Mit der langen Brennweite von 105 mm lassen sich dagegen sehr schöne Portraits erzielen, trotz der kleinsten Blende von 4.5 bei dieser Brennweite kann das Objekt ausreichend freigestellt werden, d.h. der Hintergrund bereits so verschwommen erscheinen, dass das Portrait stärker in den Vordergrund rückt.

Der ringförmige Ultraschallmotor des Zooms sorgt für extrem schnelle und leise Scharfstellung. Der Zoomring ist gross und griffig und bietet gerade so viel Widerstand, dass sauber und ohne zu Überdrehen eingestellt werden kann.

Ein weiterer Vorteil des ringförmigen USM ist der direkte manuelle Eingriff in die Scharfstellung, ohne dass das Objektiv über den Schalter auf manuelle Focussierung umgestellt werden muss. Diese Eigenschaft lässt sich am besten mit den Kameramodellen der Mittel- und Oberklasse nutzen, wie EOS 50e, 30, 3 und 1v, bei denen sich der Autofocus von der Auslösetaste auf die Speichertaste verlegen lässt. So kann unabhängig vom Antippen des Auslösers für die Belichtungsmessung bewusst entweder per Autofocus scharfgestellt werden, indem die Speichertaste gedrückt wird, oder aber manuell über den Entfernungsring am Objektiv eingestellt (oder nachgestellt) werden, ohne dass ein Schalter umgelegt werden muss.

Für viele Fotografen ist das der wichtigste Grund, in das Canon - System einzusteigen, und wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, ist es schwer, wieder mit herkömmlichen Systemen zu arbeiten, bei denen erst umgeschaltet werden muss, bevor manuell focussiert werden kann.

Die Ergebnisse

Die Abbildungsqualität ist quer über den gesamten Brennweitenbereich hervorragend. Aufgeblendet ist eine ganz leichte Randabdunkelung sowie ein etwas weicher Eindruck in den Ecken bemerkbar, abgeblendet ab etwas Blende 8 ist das Ergebnis von Festbrennweiten kaum zu unterscheiden, solange man nicht über etwa 20 x 25 cm vergrössert.

Acker an der Burgstrasse Das Objektiv eignet sich perfekt als immer-dabei-Zoom, kombiniert mit einem 20mm oder 24 mm für den extremen Weitwinkelbereich ergibt sich ein wunderbares Reisepaket.

Und warum benutze ich es dann so wenig ?

Nun, erstens gehört es ja meiner Frau, und zweitens gibt es da noch das 24-85 / 3.5-4.5 USM, dessen 4 mm kürzerer Weitwinkelbereich für mich wichtiger ist als die 20 mm mehr auf der Teleseite.

Am liebsten verwende ich mein billiges 50 mm / 1.8, es ist lichtstark, extrem scharf und kontrastreich, leicht und klein. Wenn ich aber unterwegs bin und Bilder nicht planen kann, ziehe ich das 24-85 dem 28-105 vor. Die Bildqualität ist vergleichbar, wie auch die Lichtstärke, Grösse, Gewicht und Handling.

Trotzdem kann ich das 28-105 jedem Canonisten uneingeschränkt empfehlen, zumal es nicht unerheblich billiger als das 24-85 mm ist, bei gleich guter Abbildungsqualität.

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