> Home

> Photography
Nikon F3
Tripods

> Fotografie
Picture Gallery
Tongrube
Natur
Nördlingen
Basel
Bäume
Landihalle
Zolli
Themen
Nikon FM2n
Nikon FG
Nikon F3
Nikon F100
Canon EOS 300
Canon EOS 50e
EF 28/2.8
EF 50/1.8
EF 24-85/3.5-4.5
EF 28-105/3.5-4.5
Rolleicord Vb
B.I.G TWIN 4
Mamiya RB67
Olympus Mju II
Canon Digital Ixus
Stative
Filme
> Links
> CoffeeCup
> Quellen
> Kontakt
|
Canon EF 50mm/1.8
Früher waren 50mm - Objektive als "Standard-Objektiv" bei jeder neuen
Kamera dabei, so wie heute die billigen 28-80, 28-90 oder gar 35-70 mm
Zooms. Der grosse Unterschied zu heute besteht aber neben den fehlenden
Zoom-Möglichkeiten darin, dass das 50mm - Objektiv mit hoher Wahrscheinlichkeit
das optisch beste und lichtstärkste Objektiv in praktisch jeder Kameratasche
war, während die heutigen Standardzooms neben geringer Lichtstärke auch
optisch nicht viel hergeben. Ihre Aufgabe besteht darin, zu möglichst
geringen Kosten ein Kit aus Kamera und Zoom auf den Markt werfen zu
können, mit dem die meisten Anwender auf ihre Kosten kommen.
Ich hatte Ende der 80er meine Pentax MX samt 50mm / 1.4 verkauft, um die
Leichtigkeit des Autofocus und der Zooms zu geniessen. Solange es richtig
hell war und die Bilder sich auf Familienfotos im Format 10x15 cm
beschränkten, war ich auch zufrieden, zudem hatte ich nicht das billigste
Zoom gekauft, sonder eines der Besseren (Nikon 28-70mm / 3.5-4.5).
Mit zunehmder beruflicher und familiärer Auslastung fielen zeitintensive
Hobbys weg, ich konzentrierte mich zunehmend auf die Fotografie (die auch
auf Geschäftsreisen gut auszuüben ist, im Gegensatz zum Segeln...), und
wurde kritischer, was die Ergebnisse meiner Knipserei betraf. Zudem ärgerte
ich mich zunehmend über das Gewicht der Ausrüstung, so dass ich eines Tages
beschloss, zu den Wurzeln zurück zu kehren.
Ausschlaggebend hierbei war vor allem Philip Greenspuns www.photo.net.
Einerseits lernte ich durch die Artikel, die Fragen und Antworten im Forum
und die Bilder anderer Fotografen sehr viel über die Technik, andererseits
reizte mich Philip Greenspuns Anleitung zum Einstieg in die Fotografie:
Eine einfache Kamera mit möglichst vielen manuellen Einstellmöglichkeiten,
sowie ein einfaches 50mm - Objektiv als Basis.
Ich verkaufte alle Kameras, die ich bis dahin angesammelt hatte, nahm die
alte Canon EOS 500 meiner Frau, und kaufte das 50mm / 1.8 neu beim Brenner
Fotoversand. Dabei handelt es sich um das MkII genannte Teil, im Gegensatz
zum ersten Modell besteht es ganz aus Kunststoff, ist noch billiger
hergestellt und fühlt sich auch so an, während das MkI vor allem gebraucht,
z.B. auf ebay, gerne von Menschen gekauft wird, die zumindest noch ein
Metallbajonett und ein bisschen mehr Qualitätsgefühlt brauchen. Mir war
das egal, die Optik soll die selbe sein, und bei einem Preis von knapp
über EUR 100,00 war es leicht zu ersetzen, sollte es doch mal kaputt gehen.
Obwohl die Frontlinse schon ziemlich gut versteckt im Rohr liegt, erwarb
ich die dazugehörige Sonnenblende, um ein Minimum an Streulicht und ein
Maximum an Qualität erzielen zu können.
Die Sonnenblende ist zweiteilig, ein Aluminiumring wird in das Filtergewinde
des Objektivs geschraubt, die eigentliche Sonnenblende wird auf diesen Ring
aufgesetzt. Sie besteht aus Hartplastik und kann zum Transport verkehrt
herum aufgesetzt werden, wodurch sich zwar die Länge des Objektivs, nicht
aber der Durchmesser verringern.
Ergebnisse
Das Wichtigste zuerst: taugt das Plastikteil, oder taugt es nicht ? Klare
Antwort: es taugt, und wie ! Die besten Bilder, die ich überhaupt mit einer
Kleinbild-Spiegelreflexkamera gemacht habe, stammen von diesem Objektiv.
Schärfe, Kontrast, Empfindlichkeit gegen Streulicht, kein Obektiv hat hier
bisher besser abgeschnitten (nun ja, fast, die Festbrennweiten meiner
Leica R4 oder des Zeiss 50/1.7 für die Contax waren sicher nicht schlechter,
aber auch nicht sichtbar besser, berücksichtigt man vor allem den Preisunterschied).
Dazu kommen das extrem leichte Gewicht von nur 130g, womit das Objektiv
zusammen mit einer EOS 500 / 500N oder 300 eine wirkliche Alternative zur
kleinen Sucherkamera wird. Auch habe ich keine Hemmungen, es unter
unwirtlichen oder auch (für Kameratechnik) gefährlichen Bedingungen
einzusetzen, weil es notfalls günstig ersetzt werden kann, wohingegen ich
mit der Leica oder der Contax viele Bilder gar nicht aufgenommen hatte,
weil die Kamera nicht mit dabei war (zu schwer, zu kostbar).
Das Objektiv verfügt über ein 52mm Filtergewinde, eine Standardgrösse
(im Gegensatz z.B. zum 67 mm Gewinde des 24-85mm - Zooms, für das eine
komplette Palette von Filtern für s/w ein mittleres Vermögen kostet...).
Unter den Gesichtspunkten Bildqualität, Kosten und Portabilität ist dieses
billigste und leichteste Objektiv im Canon-Katalog also unter allen
Umständen zu empfehlen. Ob es für jedermann persönlich in Frage kommt,
hängt davon ab, wie schwer die nachfolgend aufgeführten Nachteile gewichtet
werden.
Nachteile
Neben dem schlechten Qualitätseindruck sind es vor allem ein paar praktische
Nachteile, die je nach Kameramodell und Einsatzgebiet mehr oder weniger
zum Tragen kommen:
Kein USM-Motor. Der meines Erachtens wichtigste Grund für die Wahl von
Canon als Kamera-System ist der extrem leise und schnelle Ring-USM-Motor
im Bereich der Mittel- und Oberklasse-Objektive. Mit den "kleinen"
Kameras (500, 500N und 300) hat das Fehlen des USM-Motors eigentlich nur
den Nachteil der weniger schönen Geräuschkulisse, wobei die Verstellwege
beim 50er so kurz sind, dass ich das nie als Nachteil empfunden habe.
Weit schwerer wiegt der fehlende USM, wenn höherwertige Kameras von Canon
eingesetzt werden, insbesondere die Modelle EOS 50e, EOS 30/33, und
natürlich 3 und 1v. Eine wunderbare Sache bei diesen Kameras ist die
Möglichkeit, Autofocus vom Auslöser auf die Speichertaste zu legen und
so unabhängig von der Belichtungsmessung bewusst Autofocus einsetzen zu
können, oder eben nicht. Und eben nicht wird richtig interessant mit
USM-Objektiven, da hier ohne Umschalten von AF auf MF über einfaches
Drehen am Entfernungsring des Objektivs manuell eingestellt werden kann.
So kann je nach Situation ohne Umschalten einfach die Speichertaste für
Autofocus gedrückt werden, oder ebenso einfach ohne Umstellung irgendwelcher
Knöpfe (und damit das Auge vom Sucher nehmen zu müssen) die Entfernung
manuell nachgeführt oder korrigiert werden.
Das hört sich nicht furchtbar aufregend an, ist aber für viele Fotografen
der wichtigste Grund, das Canon-System einzusetzen. Liegt hier eine Priorität
für den Anwender, ist das 50mm / 1.4 USM sicher die bessere Wahl, jedoch
auch wesentlich kostspieliger (für den Preis eines 1.4ers kann man 4 Stück
des armen Verwandten verheizen). Ich hatte noch nicht das Vergnügen, das
lichtstärkere Objektiv auszuprobieren, es erntet in Anwenderkommentaren
und Tests jedoch regelmässig gute Noten.
Ein weiterer Nachteil ist die mangelnde Unterstützung für manuelles
Fokussieren. Der Einstellring ist sehr schmal, es gibt keine Entfernungs-
oder gar Tiefenschärfenskala, und das Objektiv gibt kaum fühlbare
Rückmeldung über die Bewegung am Ring (zu leichtgängig). Menschen, die
öfter manuell scharfstellen, werden also nicht unbedingt riesige Freude
an diesem Objektiv haben.
Einsatz
Zwar habe ich mir zwischenzeitlich ein 24-85 mm Zoom gekauft, das 50er
sitzt aber immer noch oft auf meiner Kamera. Die Stärken dieses Objektivs
im richtigen Leben sind vor allem die hohe Lichtstärke und die Abbildungsqualität.
So setze ich es vor allem in der Available-Light-Fotografie ein (Hochzeiten,
Anlässe ohne Blitz, Dämmerung), bei nächtlichen Langzeitaufnahmen, und
überall dort, wo ich grosse Vergrösserungen benötige.
Dieses billige Objektiv ist der beste Beweis dafür, dass mit einfacher
Technik, zu günstigem Preis und ohne spektakuläre Perspektiven mit etwas
Phantasie, Übung und Geduld hochwertigste und technisch perfekte Bilder
gemacht werden können.
Dieses Objektiv möchte ich vor allem dem Anfänger empfehlen, sowie jedem
Fotofreund, der sich von dem aktuellen technischen Overkill befreien und
zurückkehren möchte zu den Wurzeln mit dem Studium der grundlegenden Elemente
der Fotografie.
Möchten Sie benachrichtigt
werden, wenn es weitergeht ? Senden Sie mir eine Nachricht,
Sie erhalten dann ein kurzes Mail, wenn Neues auf diesen Seiten entsteht.
Vielen Dank !
|