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Canon EOS 300
Canon EOS 300
Warum EOS 300 ?
Praktischer Einsatz
Verwendung
Beurteilung
Kaufempfehlung
Zubehör
Technische Daten
Wie der Bericht über die Canon EOS 50e ist auch dieser hier der 300 nicht
mehr aktuell. Die EOS 300 wurde durch die 300v ersetzt (Rebel Ti in
den USA), die gegenüber der hier beschriebenen 300 zwei Verbesserungen
ausweist, die ich für nicht unwesentlich halte:
Das Einstellrad für die Belichtungsfunktionen ist von der linken auf die
rechte Gehäuseseite gewandert und damit endlich mit einer Hand bedienbar,
und das aktive Autofocus-Feld leuchtet jetzt auf, so dass der Anwender sieht,
worauf die Kamera scharf stellt.
Die restlichen Daten sind nicht so viel anders, dass deshalb der
Umstieg von der 300 auf die 300v zwingend notwendig wäre. Das Silber
des Gehäuses gefällt mir persönlich noch weniger als der Chamapagnerton
der 300, und der grosse LCD-Bildschirm auf der Rückseite ist für Linksaugen
wie mich auch in erster Linie eine Fläche, auf der man Nasenspuren
hinterlässt.
Da einerseits noch viele neue 300 im Handel sind, und auf Grund der grossen
Stückzahlen, in denen diese Kamera verkauft wurde, andererseits auch noch
über längere Zeit ein grosser Gebrauchtmarkt bestehen wird, dürfte der
nachfolgende Erfahrungsbericht wohl trotzdem noch auf Interesse stossen.
Die EOS 300 ist Canons Einsteigermodell für ernsthafte Fotoamateure.
Darunter rangiert noch die 3000 (neuerdings 3000n), die in ihren Eigenschaften
der alten 500 entspricht. Auch die 3000er stellt einen guten Einstieg in ein
System dar, die 300er jedoch bietet genau die Eigenschaften mehr, die einen
Einsatz auch bei kritischeren Objekten zulassen, vor allem die
Schärfetiefenkontrolle.
Offenbar sind die Meinungen über die 300er geteilt (siehe
www.photo.net/photo).
Die Einen sehen sie als Plastikspielzeug, als Möchtegern-EOS, die Anderen
als echte Canon mit dem Vorteil des geringen Gewichtes und Preises, als richtige
'Immer-dabei-Kamera' und gutes zweites oder drittes Gehäuse.
Ich denke, dass beide recht haben. Der grösste Unterschied der 300er zu ihren
grösseren Geschwistern ist die Ausrichtung der Bedienung auf den Automatikbetrieb.
Zwar sind alle Funktionen für die manuelle Übersteuerung / Einstellung der Werte
vorhanden (Belichtung, Focus), jedoch nur relativ umständlich und langsam zu
bedienen. Das wesentliche fehlende Element ist das zweite Daumenrad, dass bei
den Modellen 50/30/3/1 auf der Rückseite angebracht ist und die unabhängige
Steuerung von Belichtung und Focus oder Blende und Zeit etc. über einfaches
Drehen / Drücken der Schalter ermöglicht, sowie die Trennung von AF und
Belichtungsmessung.
Bei der 300er müssen hier kleine Knöpfe gedrückt werden, dass vordere
Einstellrad übernimmt dabei Mehrfachfunktionen (z.B. Blendeneinstellung,
bei gedrückter Taste Belichtungssteuerung jedoch Zeiteinstellung). Das ist
mühsam, zeitaufwändig und mit grossen Fingern oder gar Handschuhen kaum zu
bewältigen.
Andererseits ist es die Ausstattung, die sie so interessant macht: wo in
dieser Preisklasse findet man eine so zuverlässig funktionierende
Belichtungsmessung mit 35 Messfeldern, einen extrem schnellen und
zuverlässigen Autofocus mit 7 Messfeldern, davon einem Kreuzsensor,
E-TTL in Verbindung mit EX-Blitzgeräten (d.h. Berücksichtigung
der Entfernung bei der Blitzbelichtungsmessung, High Speed Synconisation ebenfalls
mit EX-Blitzgeräten (d.h. Blitzsyncronisation über
alle Zeiten), und das alles mit Anschluss an alle EF-Objektive, vor allem
die schnellen und leisen USM-Objektive, Batteriehandgriff mit
Hochformatauslöser und vieles mehr ? So gesehen ist es sicher richtig,
an der Benutzerschnittstelle zu sparen, nicht jedoch an den internen Elementen.
Warum EOS 300 ?
Mein Weg zu Canon führte über die Pentax MX, Nikon F601, Contax 159MM und
Leica R4. Alle vier waren wunderbare Kameras, speziell die R4, letzten
Endes waren jedoch folgende Anforderungen für den Kauf der EOS 300
ausschlaggebend:
Automatik
So schön die Leica R4 war, bei Anlässen (Hochzeit, Kommunion etc.) war sie
einfach zu langsam, speziell beim Filmwechsel und Focus. Innerhalb der
manuellen Liga ist die R4 das Beste und Einfachste, was ich je benutzt habe,
und wenn ich es mir hätte leisten können, hätte ich sie behalten. So aber
war der Umstieg auf eine Kamera mit Motor und Autofocus irgendwann klar,
um verpasste Bilder und Ausschuss zu reduzieren.
Betriebsgeräusch
Innerhalb der automatischen SLR-Kameras besitzt Canon die leisesten Kameras
und vor allem Objektive. Das Scharfstellen eines USM-Objektives ist kaum
zu hören, im Gegensatz zum Sirren des (mechanisch vom Gehäuse aus betriebenen)
Autofocus von Nikon, Pentax oder Minolta. Nikon hat auch USM-Objektive im
Programm, jedoch hauptsächlich in der Profi-Liga, weitgehend unerschwinglich für
Amateure mit begrenztem Budget. Rühmliche Ausnahme ist dabei das 24-85 / 3.5-4.5 AF-S
Zoom, das seit Sommer 2002 auf dem Markt ist und den ersten Anwenderinformationen
nach ein mindestens so hervorragendes Objektiv sein soll wie das Konkurrenzprodukt von
Canon.
Das Gehäuse der 300er bietet hier nichts Spezielles, im Canon - System ist
jedoch mit der 30/33 die wohl leiseste AF-SLR-Kamera am Markt verfügbar,
so dass ohne Systemwechsel (und damit teurem Objektivwechsel) eine optimale
Kombination für dezentes Fotografieren erworben werden kann.
Objektive
Bei den Objektiven geben sich die Konkurrenten nicht viel, was optische
Qualität betrifft. Ausschlaggebend war für mich die Tatsache, dass bei
Canon mit den USM-Objektiven extrem leiser und schneller Autofocus und
Techniken wie Image Stabelizer (Anti-Wackel-System) auch im unteren
Preisbereich verfügbar sind. Der grosse Vorteil Nikons, dass auch ältere
MF-Objektive an den aktuellen Kameras verwendet werden können, spielt für
mich keine Rolle, da ich keine alten Objektive besitze.
Ergonomie
Rein persönliche Präferenz: Canon ist für mich besser zu greifen und zu
bedienen, vor allem mit dem Batteriehandgriff, zumal dieser noch einen Hochformatauslöser
besitzt. Einzig der relativ kleine
Sucher stört beträchtlich, erst Recht mit Brille.
Letzten Endes war es die Wahl eines Systems, nicht einer Kamera.
Das Gehäuse lässt sich relativ billig ersetzen, daher auch der Start mit
der 300er, später kommt sicher einmal eine 30er oder 3er dazu.
Die Investitionen in die Objektive führen jedoch meistens dazu,
dass man ein einmal ausgebautes System nicht mehr so leicht aufgibt.
Und langfristig war für mich die (heute absehbare) Systembreite Canons
ausschlaggebend für die Wahl der Canon EOS 300.
Praktischer Einsatz
Start
Ich erwarb die Kamera zusammen mit dem
50 mm /1.8 Objektiv. Es gibt wohl kaum ein Objektiv, dass sich so billig anfühlt, so wenig kostet, und dabei
so gute optische Leistungen bietet wie dieses. Mehr Details zum Objektiv
im Erfahrungsbericht hierzu.
Sowohl Kamera als auch Objektiv verfügen über ein Plastik-Bajonett, was
zwar nicht so edel aussieht wie die Edelstahlbajonette anderer Kameras
und Objektive, im täglichen Einsatz aber bisher keinerlei Nachteil gebracht
hat.
Zwei Dinge schaffte ich mir sofort nach dem ersten Film an: den Handgriff
(normale Batterien, besserer Griff, Hochformatauslöser), sowie den
Sucheraufsatz EX-P 15, der den notwendigen Abstand vom Sucherokular nach
hinten verlagert und es so ermöglicht, auch mit der Brille das gesamte
Bild im Auge zu haben. Subjektiv wird das Bild zwar dadurch etwas
verkleinert, im praktischen Einsatz überwiegt aber ganz klar der Vorteil
der besseren Übersicht.
Film einlegen
Das Einlegen des Films ist einhändig möglich: Deckel auf, Filmpatrone in
die linke Mulde legen, Film ausziehen bis zu Markierung auf der rechten
Seite, Deckel schliessen, Kamera einschalten (falls nicht schon eingeschaltet
war). Eine Besonderheit der 300er ist, dass der Film nach dem Einlegen
komplett ausgespult wird und dann mit jedem Foto langsam wieder zurück in
die Patrone gezogen wird.
Vorteil: wenn einmal aus Versehen die Rückwand der Kamera geöffnet wird,
sind die gemachten Bilder schon sicher in der Patrone, es wird nur der
unbelichtete Teil des Films zerstört.
Nachteil: Es werden grundsätzlich immer nur 36 Bilder je Film gemacht,
da das Ein- und Ausziehen an den Bildzähler gekoppelt ist. Wo also bei der
Leica R4 auch mal bis zu 40 Bilder möglich waren, ist hier immer und
definitiv bei 36 Schluss.
Der Handgriff behindert nicht beim Filmwechsel und kann daher permanent an
der Kamera verbleiben.
Bedienung
Das Ein- und Ausschalten erfolgt über das Drehrad links auf der Oberseite
der Kamera, indem von der Lock-Position das gewünschte Belichtungsprogramm
gewählt wird. Dabei ist grundsätzlich Augenkontrolle sowie die linke Hand
notwendig.
Nikon hat das meines Erachtens wesentlich besser gelöst. Hier befindet
sich der Ein-/Aus-Schalter unabhängig von der Belichtungswahl auf der
rechten Seite unter dem Auslöser. Wird die Kamera in der rechten Hand
gehalten, kann man ohne Blickkontrolle mit dem Zeigefinger die Kamera
einschalten und ist so schneller einsatzbereit. Die Verschiebung des
Funktionsrades auf die rechte Seite bei der 300v hat zwar die Bedienung
mit einer Hand möglich gemacht, blind geht es aber immer noch nicht, insofern
hat Nikon hier immer noch die Nase vorn.
Mit dem Antippen des Auslösers wird der Autofocus und die Belichtungsmessung
aktiv. Belichtungswerte werden sowohl im LCD-Display auf der Oberseite des
Gehäuses, als auch im Sucher angezeigt. Die Sucherinformation ist optimal,
im unteren Bereich des Bildes ist erkennbar, ob der Blitz zugeschaltet ist /
werden sollte, die Zeit, die Blende, sowie in Form eines Balkendiagramms die
Abweichung des eingestellten Wertes von dem vom Belichtungsmesser ermittelten
Wert, mit Angabe des Blendenwertes +/-. Über ein Punktsymbol kann zudem
kontrolliert werden, ob bei manueller Scharfstellung die Einstellung des
Objektives mit der vom Autofocus-Sensor gemessenen Schärfe übereinstimmt.
Im "Grünen Programm" (Vollautomatik) schaltet sich der eingebaute Blitz
selbstständig zu, in allen anderen Belichtungsbetriebsarten kann er über
einen kleinen Knopf links am Prismengehäuse zugeschaltet werden.
Das Auslösen erfolgt über einen gut definierten Druckpunkt, Spiegelschlag
und Erschütterungen sind gut gedämpft. Eine Spiegelvorauslösung gibt es
nicht, in den meisten Fällen dürfte sie aber auch nicht notwendig sein,
vorausgesetzt, man setzt bei schwierigen Lichtverhältnissen konsequent
ein schweres Stativ ein.
Sofort nach dem Auslösen wird der Film weitergezogen. Das Geräusch dabei
hält sich in Grenzen, ist also auch z.B. in der Kirche akzeptabel.
Verwendung
Unterwegs
Für den Einsatz unterwegs ist die Kamera durch ihr geringes Gewicht und
die kleinen Abmessungen optimal geeignet. Vorausgesetzt, es bleibt trocken.
Im Gegensatz zu ihren grösseren Geschwistern EOS 3 und 1v ist sie nicht
spritzwassergeschützt, so dass man sie bei Regen mit Vorsicht geniessen
sollte.
Von einer sogenannten Bereitschaftstasche rate ich ab. Entweder muss die
Kamera bereit sein, dann hängt man sie sich offen um den Hals, eingeschaltet
und bereit für den Schuss, oder sie wird versorgt, und dann tut es ein
beliebiger Behälter, oder besser eine gute Fototasche, in der neben der
Kamera auch die Filme, Objektive und Zubehör einen trockenen und geschützten
Ort finden.
Der Batteriehandgriff sorgt dafür, dass die Kamera auch mit einem der
üblichen Zoomobjektive nicht zu kopflastig wird und einigermassen vernünftig
am Gurt um den Hals getragen werden kann.
Für unabdingbar, vor allem draussen, halte ich die Sonnenblende. Für die
streulichtempfindlichen Zooms auf jeden Fall, aber auch für die Festbrennweiten.
Wie schnell wird ein an sich gutes Bild unbrauchbar, nur weil ein Lichteinfall
nicht berücksichtigt wurde ! Damit wird die Kamera zwar etwas unhandlicher,
die Ergebnisse sind aber um Welten besser. Leider liefert Canon die Sonnenblende
bei den wenigsten Objektiven serienmässig mit, und der durchschnittliche
Anwender weiss auch nicht, dass es für jedes Objektiv eine massgeschneiderte
Sonnenblende gibt, die jedoch selten beim Händler auf Lager liegt, so dass
kaum jemand dieses einfache Mittel nutzt.
Menschen
Als Spiegelreflexkamera ist auch die 300er sicher aufdringlicher als eine
Sucherkamera, durch ihr kleines Format und vor allem den offensichtlichen
Status einer "Amateurkamera" fällt sie jedoch bei Veranstaltungen oder auf
der Strasse weit weniger auf als ein dicker Klotz von der Art einer EOS 1v
oder Nikon F5. Menschen fühlen sich nach meiner Erfahrung weniger "bedroht",
so dass es leichter ist, natürliche Aufnahmen zu erzielen. Die silberne
Abdeckung mag nicht jedermanns Geschmack sein, hilft hier aber auch, weil
sie die Kamera weniger schwer und gross erscheinen lässt.
Der Batteriehandgriff führt durch seine Form und das zusätzliche Gewicht
zu einer stabilen Haltung der Kamera, so dass auch bei wenig Licht noch
ohne Blitz aus der Hand fotografiert werden kann.
Landschaft
Ein Grundsatz vorweg: immer mit Stativ ! Zumindest immer dann, wenn es
möglich ist. Das hat nichts mit der Canon zu tun, sondern mit scharfen und
gut komponierten Bildern im Allgemeinen. Eine Landschaft läuft nicht weg,
also sollte man sich die Zeit nehmen, ein Stativ einzusetzen und zu
"komponieren". Im übrigen ist die 300er für die Landschaftsfotografie
gut geeignet. Gegenüber ihrer Vorgängerin, der EOS 500, hat sie vor allem
die Tiefenschärfenkontrolle mitbekommen, was einen gezielten Einsatz der
Tiefenschärfe als Gestaltungsmittel erleichert. Da ich bei Landschaften
meistens mit manueller Einstellung arbeite, ist die Knöpfchendrückerei der
300er hier ein Nachteil. Da aber alle notwendigen Einstellungen und Kontrollen
vorgenommen werden können, ist gute Landschaftsfotografie ohne Einschränkungen
möglich. Für einen reinen Landschaftsfotografen würde ich eine manuelle Kamera
vom Typ Nikon FM2 oder FM3A vorziehen, als Allround-Talent bringt die 300er
aber alles mit, was benötigt wird.
Natur
Auf die Flora bezogen gilt das selbe wie bei Landschaften. Da Bäume, Blumen
und Gräser eher selten unvorhersehbare Bewegungen ausführen, kann in Ruhe
und mit manueller Einstellung gearbeitet werden. Bei Tieren kommen der
schnelle Autofocus sowie die leisen USM-Objektive zum Tragen. Für diesen
Bereich gibt es kaum eine bessere Lösung in dieser Preisklasse. Bei der
Aufnahme in der freien Wildbahn bietet sich allenfalls die EOS 30 an, da
sie noch besser gedämpft ist und so auch ohne Lärmschutzhülle (Blimp)
verwendet werden kann.
Beurteilung
Absolut gesehen bekommt die Kamera von mir ein "Gut", auf ihre Preisklasse
bezogen sogar ein "Sehr gut". Trotz ihrer Einschränkungen in der manuellen
Bedienung ist die Technik innendrin offenbar ausgereift, Belichtungsmessung,
Verschluss und Autofocus funktionieren mit äusserster Zuverlässigkeit.
Was ich mir für noch dazu wünschen würde ? In erster Linie die im Sucher
einblendbaren Gitternetzlinien, wie die F80 von Nikon das kann, um die
Ausrichtung der Kamera zu erleichtern. Eine integrierte, im Sucher angezeigte
Wasserwaage (wieso ist da eigentlich noch niemand drauf gekommen ?), und
ein grösseres Sucherbild. Das ist alles. Das zweite Daumenrad auf der
Rückseite gibt es ja schon, dafür braucht man nur die EOS 30 zu erwerben,
für die die restlichen Wünsche jedoch auch gelten.
Kaufempfehlung
Jeder Fotograf weiss am besten, was er schwerpunktmässig fotografiert, und
das Thema bestimmt in der Regel die Ausrüstung. Ich möchte dennoch 3
"Grundkonfigurationen" aufstellen, die je nach persönlichem Schwerpunkt
und Geldbeutel ungefähr ein brauchbares Paket ergeben.
Wichtigster Punkt zuerst:
Kaufen Sie Die EOS 300 nicht mit einem der Standardzoom (35-80, 28-80, 28-90 mm) !
Nichts kann einem so gut die Freude an der Fotografie verderben wie schlechte
Objektive, zumal der primäre Vorteil des Canon-Systems in den guten Objektiven
liegt. Die Zooms der Standard-Pakete dienen in erster Linie dazu, zu einem
möglichst günstigen Preis eine Komplettausrüstung anbieten zu können.
Qualität bleibt da aussen vor. Wenn Sie schon ein solches Paket erwerben
müssen, oder bereits eines haben: versteigern Sie das Standardzoom auf ebay,
legen ein bisschen was drauf, und erstehen ein gutes Objektiv. Lieber erst
einmal das 50er / 1.8 mit super Bildqualität, aber ohne Zoom, als ein Zoom,
das schlechte Bilder produziert. Ein schlechtes Foto kostet genau so viel
wie ein gutes, und Sie werden viele davon machen.
Paket 1: Preiswert und vernünftig, das Startpaket
- EOS 300
- EF 50 mm / 1.8
- Sonnenblende
- Batteriehandgriff BP300
Paket 2: Universell für Zoom-Freaks
- EOS 300
- EF 24-85 mm / 3.5-4.5
- Sonnenblende
- Batteriehandgriff BP300
Paket 3: Komplett + Perfekt
- EOS 300
- EF 24 mm / 2.8
- Sonnenblende
- EF 50 mm / 1.4 USM
- Sonnenblende
- EF 70-200 mm / 4.0 L USM
- Sonnenblende
- Batteriehandgriff BP300
Paket 3 ist natürlich eine Traumkombination. Das 24 mm ist ein wunderbares
Weitwinkel, das 70-200 eines der wenigen bezahlbaren "weissen Riesen" der
L-Serie, mit toller Abbildungsqualität, und das 50er als 1.4 USM schnell,
leise und mit hervorragender optischer Qualität. Auf letzteres könnte ich
noch am ehesten verzichten, das ist aber eine Frage der persönlichen
Arbeitsweise, da ich am häufigsten mit Weitwinkel oder leichtem Tele arbeite.
Im Paket 2 ziehe ich persönlich das 24-85 mm Zoom dem geläufigeren 28-105 mm
vor. Ich benutze beide, die 4 mm mehr im Weitwinkelbereich bringen mir jedoch
mehr als die 20 mm beim Tele. In der Abbildungsqualität kann ich keinen
Unterschied feststellen, hier sind beide im oberen Bereich der Nicht-Profi-Zooms
angesiedelt.
Empfehlenswertes Zubehör
Handgriff
Sehr gut ist der (optionale) Batterie - Handgriff. Speziell für Leute mit
grösseren Händen verbessert er den Griff an der Kamera enorm, die Verwendung
normaler AA - Batterien schont den Geldbeutel, zudem sind sie praktisch
überall auf der Welt verfügbar. Der Batteriehandgriff verfügt zudem über
einen Hochformatauslöser, der zusammen mit einer Griffleiste am unteren
Rand das Fotografieren im Hochformat extrem verbessert.
Leider fehlt das vordere Einstellrad oder die Tasten zur Speicherung der
Belichtung, aber für den grössten Teil der Einsätze ist alleine das
Vorhandensein des Griffes und des Auslösers bereits eine grosse Hilfe.
Die Kamera wird durch den Handgriff natürlich schwerer, was ich aber
bevorzuge, da sie so ruhiger zu halten ist.
Grösster Nachteil ist, dass die Kamera mit Handgriff nicht mehr in die
kleinen Taschen passt. Im Gegensatz zur alten 500er bleibt der Deckel des
Batteriefachs der Kamera aber bei der Montage des Griffs erhalten
(er verschwindet in einer Aussparung im Griff), so dass jederzeit auch
wieder ohne Griff fotografiert werden kann, wenn es die Umstände erfordern.
Okularaufsatz EP-EX15
Dieser Aufsatz ist vor allem für Brillenträger empfehlenswert, da hiermit
das gesamte Sucherbild sichtbar wird, ohne dass man "um die Ecke" gucken
muss. Verkleinert das Sucherbild leicht, dafür ist es aber ganz sichtbar.
Blitzgerät EZ-380, EZ-420
Wenn öfter mit Blitz gearbeitet werden muss, lohnt sich ein EZ-Blitz auf
jeden Fall. Neben der höheren Blitzleistung kann die 300er mit diesen
Blitzen im E-TTL-Modus eingesetzt werden, das heisst, dass mit allen
Verschlusszeiten syncronisiert werden kann. Damit ist auch tagsüber bei
Sportbildern und kurzen Verschusszeiten Aufhellblitzen möglich, was mit
der automatischen Sync-Zeit von 1/90 sec des integrierten Blitzes kaum
gelingen dürfte. Auch sind die Köpfe der EZ-Blitze schwenkbar, so dass
indirektes Blitzen möglich wird. Ich setze den Blitz nur sehr selten ein,
das Canon - System erlaubt noch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die
ich jedoch nicht nutze. Details hierzu am besten unter der Canon - Homepage.
Fernauslöser
Die EOS 300 verfügt über keinen konventionellen Drahtauslöser-Anschluss
mehr, statt dessen kann über eine Kabelfernbedienung ausgelöst werden
(bei den grösseren Modellen auch über Infrarot). Mir persönlich gefällt
das sehr gut, weil die Übertragung von Erschütterungen minimiert wird.
Der Auslöser kann für Langzeitaufnahmen auch festgestellt werden, laut
der Angaben anderer Benutzer liegt hier jedoch der Hund begraben, da
irgendwann die Batterien leer sind und damit der Verschluss wieder dicht
macht. Ist mir noch nicht passiert, es sei nur darauf hingewiesen.
Nachfolgend noch die wichtigsten Daten, dem Handbuch meiner EOS 300
entnommen. Für weitere Informationen empfehle ich die Canon Homepage.
Auszug Technik / Ausstattung
Belichtung
35-Zonen-Belichtungsmessung
Messbereich LW 2 - 20 (bei 20°C, Objektiv 50/1.4 und Film ISO 100/21°)
Mehrfeldmessung / Integralmessung / Mittenbetonte Messung auf ca. 9.5 % des
Sucherfeldes
Mehrere Belichtungsprogramme (Portrait, Landschaft, Nahaufnahme, Action,
Nachtprogramm)
Grüne Zone (vollautomatische Ermittlung des optimalen Programms,
automatisches Zuschalten des Blitzes bei Bedarf)
Zeitautomatik
Blendenautomatik
Manuelle Belichtungssteuerung
Blitzautomatik (E-TTL, A-TTL, TTL)
elektronisch geregelte Verschlusszeiten von 30 - 1/2000 sec und B
kürzeste Syncronzeit (TTL, A-TTL) 1/90 sec
Abblendknopf (elektronisch) zur Kontrolle der Schärentiefe
Suchergesichtsfeld 90% horizontal und vertikal
Filmempfindlichkeitseinstellung: manuell ISO 6/9° bis 6400/39°,
automatisch DX ISO 25/15° bis 5000/38°
Belichtungskorrektur -/+ 2 Blendenstufen manuell, in halben Blendenstufen
Belichtungsreihenautomatik nach Messung / Unterbelichtung / Überbelichtung
mit bis zu -/+ 2 Blendenstufen
Autofocus
7-Feld-Autofokus mit zentralem Kreuzsensor
Felder manuell einzeln anwählbar
One Shot AF: Schärfenspeicherung nach Einstellung, Auslösung nur nach
Einstellung möglich
AI Focus AF: automatisches Umschalten, wenn Objekt sich auf Kamera zu
oder von ihr weg bewegt
Manuell (Umschalten am Objektiv)
Blitz
integrierter Blitz, Leitzahl 12 (ISO 100/21°)
Blitzwinkel ausreichend für 28°
Dies ist die erste Version des EOS 300 - Berichtes. Er wird formal sicher noch
überarbeitet, auch kommen noch Bilder hinzu.
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