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Nikon FG
Das Gehäuse der FG
Film einlegen
Fotografieren
Manuelle Belichtung
Automatik-Modus A und P
Messen
Abdrücken
Das war's auch schon!
Kauf
Fazit
Zwar bin ich jetzt seit dem Erscheinen der Nikon D70 im Jahr 2004 fast ganz auf die digitale Seite gegangen, und einen Teil meiner Erfahrungen mit dieser Kamera habe ich auch schon zu Papier gebracht, dennoch ist dort jetzt Pause angesagt. Einmal, weil die D70 dermassen viele Möglichkeiten besitzt, die zu beschreiben einen schier in den Wahnsinn treibt (zumal ich im Zweifelsfalle lieber auf das Handbuch und die vielen technischen Beschreibungen und Tests verweise, die im Internet zu finden sind), zum anderen, weil die D70 zwar annähernd perfekt ist, aber für meine Begriffe keine "Seele" hat.
Auch wenn den Theologen unter uns jetzt schon der Blutdruck steigt, so möchte ich doch diesen Begriff nicht missen. Natürlich ist damit nicht eine Seele im menschlichen Sinn gemeint. Aber vielleicht kann man das im übertragenen Sinn sehen: nicht die Kamera hat eine Seele, sondern man spürt die Gedanken, die Arbeit der Menschen, die sie entwickelt und gebaut haben. Und so, wie eine Synthesizer zwar ein Saxophon nahezu perfekt nachahmen kann, ein echtes Saxophon mit einem echten Menschen daran aber doch eine ganz andere, weil menschlichere Qualität an Musik erzeugt, so ähnlich ist für mich auch der Unterschied zwischen einer perfekten elektronischen bzw. digitalen Kamera und einer mechanischen, auf gutem alten Film belichtenden Maschine.
Nun, genug der Philosophie. Die Kamera, die man traditionell mit Begriffen wie Seele und Mechanik verbindet, die Leica M, kann ich mir nicht leisten, aber es gibt noch eine Reihe andere Fabrikate, die das schöne Gefühl mechanischer Qualität vermitteln, ohne dass man seinen Besitz dafür verpfänden müsste.
Eigentlich hatte ich die F3 (ich traue mich kaum, das hier zu schreiben, aber es stimmt...) und alle meiner manuellen Nikon-Objektive verkauft, zwei davon wurde ich jedoch nicht los: das 105mm/2.5, ein wunderbares Portrait-Tele, das zwar perfekte Ergebnisse liefert, äusserlich aber sehr stark abgenutzt ist, sowie ein 28mm/3.5 Weitwinkel, dessen verölte Blendenlamellen ich nicht bemerkt hatte. Die Lamellen sind bei kleiner Blende ein Problem, weil die Blende nicht ganz schliesst und auch verzögert reagiert, bis Blende 8 ist jedoch alles absolut brauchbar. Eine Reparatur lohnt sich kaum, da die Kosten dafür die Beschaffung eines gebrauchten Ersatzes schnell übersteigen würden. Nun, für beide Objektive würde ich wohl kaum nennenswerte Beträge erhalten können, also beschloss ich, den Spiess umzudrehen und doch wieder ein entsprechend günstiges Gehäuse zu suchen.
Ein kleiner Traum, die FM-Serie, schied schnell aus, da sie für mein "einfach und günstig"-Konzept auch gebraucht noch zu teuer sind. Und so war schnell klar, dass ich in der "Amateurliga" der 70er und 80er Jahre suchen musste, um meine Vorstellung zu realisieren.
Meine Anforderungen waren einfach: günstig, möglichst klein (es sollte auch meine immer-dabei-Kamera sein), mit manueller Belichtungssteuerung, aber auch einer Zeitautomatik, und vor allem mit der Möglichkeit, den Blitz meiner D70 nutzen zu können (dies war das grösste Ärgernis an der F3, auch wenn ich sie sonst noch immer für die beste Kamera halte, die diese Welt je gesehen hat).
Am Ende fand ich eine gut erhaltene FG. Und obwohl die FG dazumal klar als Amateurmodell entwickelt worden war, anders als z.B. die F3, FE oder auch FM, so ist sie von erstaunlicher mechanischer Robustheit und auch sehr sauber gefertigt. Vor allem aber enthält sie für die damalige Zeit eine wirklich hochentwickelte Belichtungssteuerung: die FG war die erste Nikon mit Programmautomatik! Und sie besitzt auch eine TTL-Blitzbelichtungssteuerung, die auch mit meinem SB-600 Blitz wunderbare Ergebnisse bringt.
Im Grunde war die FG der Höhepunkt einer Entwicklung, gleichzeitig aber auch deren Abschluss. Sie wurde auch nur für relativ kurze Zeit ab 1982 produziert, da sie genau in den Beginn der Automatisierungs-Ära fiel. Sie wurde kurze Zeit später durch die F-301 (die erste Nikon ohne Aufzugshebel) und dann durch die erste kommerzialisierte AF-Kamera, die F-501, verdrängt. Die FG verbindet die robuste Metallbauweise und ihren mechanischen Komponenten mit der Elektronik, die vor allem im Belichtungsbereich das Fotografieren sehr vereinfacht. Dabei ist sie mit fast der gesamten Nikon Objektivpalette kompatibel, mit Ausnahme der neuen G-Objektive, die über keinen Blendenring mehr verfügen.
Gebrauchte Exemplare sind ab ca. 30 Euro zu finden, zusammen mit einem 50mm/1.8 kann man also problemlos für weit unter 100 Euro in den Genuss einer kompletten Nikon kommen, die Bilder der selben Qualität zu erzeugen in der Lage ist wie eine F3 oder F6: das Bild wird letzten Endes vom Objektiv und vom Fotografen bestimmt. Wenn das Objektiv ein günstiges 50mm/1.8 Standardobjektiv ist und der Fotograf dies gut einsetzt, entstehen Bilder, die zumindest in der technischen Qualität jedes Superzoom-Ergebnis übertreffen.
So, genug der Euphorie, kommen wir zu den unwesentlichen Details. Da es sich hier um eine ältere Kamera handelt, die häufig gebraucht und ohne Handbuch erworben wird, werde ich soweit auf die technischen Details eingehen, dass Sie notfalls auch ohne Handbuch klarkommen. Früher war das auch noch eine relativ einfache Sache, und Handbücher waren auch noch keine Bücher, sondern nur kleine Hefte. Zugegeben, die heutigen Kamera-Computer können natürlich auch viel mehr, aber die schönsten Bilder enstehen nicht zwangsläufig wegen so viel Technik, sondern oft eher trotzdem.
Das Gehäuse der FG
Also, kommen wir zum Gehäuse. Es ist sehr klein und relativ leicht, fast ganz aus Metall und wahlweise silbern oder schwarz erhältlich. Was sofort auffällt: es gibt keinen Ein-/Aus-Schalter. Die Kamera ist immer betriebsbereit, der Druck auf den Auslöser genügt, um den Belichtungsmesser anzuwerfen. Das ist einerseits praktisch, weil man keine Zeit verliert, andererseits hat das der FG auch den Ruf eines Batteriefressers eingetragen. Sie ist jedoch keiner, im normalen Betrieb hält die Batterie ewig, da sie ja keinen Motor versorgt. Problematisch ist aber, wenn irgend etwas in der Fototasche leicht auf den Auslöser drückt, dann misst der Belichtungsmesser fröhlich im Dunkeln vor sich hin. Und wenn dann der Fotograf auch einmal messen möchte, dann ist die Batterie leer. Ich hatte damit bisher keine Schwierigkeiten, weil ich eine Fototasche habe, in der der Bereich um den Auslöser herum frei bleibt.
Das Design ist absolut klassisch. Von hinten gesehen (also da, wo der Fotograf normalerweise steht) ist kein Bildschirm, keine Knöpfchen, kein nichts zu sehen. Eine einfache, glatte Rückwand , die nichts anderes macht, als den Film sicher vor Licht zu schützen. Mit einem Halter, in den die Lasche der Filmverpackung eingeschoben werden kann, damit man weiss, was man da gerade belichtet. Und natürlich das Sucherfenster. Nicht so gross wie bei den Profi-Nikons der F-Serie, aber immerhin ganz anständig verglichen mit den modernen Digital-Reflexkameras vom Typ Nikon D50/D70 oder Canon 350D.
Links oben die gute alte Kurbel, mit der man den Film zurückspult und per Anheben die Rückwand öffnet. Unter der Kurbel ein Rändelrad, mit dem die Filmempfindlichkeit eingestellt wird (Rändelrad leicht anheben und drehen, bis die gewünschte ISO-Zahl mit der roten Markierung am äusseren Rand übereinstimmt). Indem das selbe Rad ohne Anheben gedreht wird, kann eine Belichtungskorrektur für den Automatikbetrieb vorgenommen werden im Umfang von -/+ 2 Blendenwerten in Schritten von 0,5. Damit das nicht aus Versehen passieren kann, muss dazu der kleine Knopf rechts neben dem Wählrad gedrückt werden.
Auf der Frontseite befindet sich genau vor der Rückspulkurbel noch ein kleiner Knopf, mit dem ohne spezielle Belichtungskorrektur mit +2 Blendenwerten eine Gegenlichtsituation aufgehellt werden kann. Sehr praktisch, sehr gut ausgeführt. Darunter liegt noch der gute alte Knopf zur Entriegelung des Objektivs.
Kehren wir auf die Oberseite zurück, diesmal nach rechts, vom Fotografen aus gesehen. Wohlbekannt: der Aufzugshebel. Hier hat er einen interessanten Knick, der für einen guten Griff bei gleichzeitig kleinen Abmessungen sorgt. Der Verschluss lässt sich sowohl mit einem einzigen Schwung spannen, alternativ kann auch mehrmals in kleineren Zügen gespannt werden.
Zwischen Prisma und Aufzugshebel befindet sich ein kleines Hebelchen, mit dem ein Warnton der Kamera aktiviert oder ausgeschaltet werden kann. Dieser Piepton meldet sich dann, wenn die Belichtung zu lang wird und eine verwackelte Aufnahme droht. Dies ist ein Tribut an die erstmals eingesetzte Programmautomatik, da Nikon davon ausgegangen ist, dass der Fotograf hierbei nicht mehr seine Verschlusszeit mitbekommt, da diese ja von der Kamera automatisch gebildet wird.
Vor dem Piepston-Schalter befindet sich noch ein kleiner Knopf, die Entriegelung für das Zeiten-Wählrad. In den Positionen A und P (Zeit- und Programmautomatik) kann das Rad nur gedreht werden, wenn gleichzeitig dieser kleine Knopf gedrückt wird.
Damit wären wir beim Zeitenrad: hier können die Zeiten von 1 bis zu 1/1000 Sekunde eingestellt werden, ausserdem B (Bulb), die mechanische Zeit 1/90 Sekunde (funktioniert ohne Batterie) sowie die beiden Automatik-Funktionen P und A.
A ist klassisch: Blende voreinstellen, die Kamera sucht die passende Zeit. Am Objektiv muss die Blende dazu auf dem kleinsten Wert (d.h. der grössten Zahl) festgestellt werden. Die AF-Objektive wie das 50 mm / 1.8 haben hierzu sogar einen kleinen Schieber, mit dem die Blende an dieser Stelle arretiert werden kann.
P ist die Vollautomatik. Das war damals der Hit, gleichzeitig aber verantwortlich für die kurze Produktionszeit der FG: die logische Fortsetzung der Vollautomatik, nämlich der motorisierte Filmvorschub (F301) und schliesslich Autofocus (F501) folgten so schnell, dass sich die Kombination klassische Kamera mit moderner Belichtungsmessung bald erübrigte.
Rechts oben befindet sich noch das Fenster mit dem Bildzähler, das war's denn auch schon.
Auf der rechten Frontseite (vom Fotografen aus gesehen) liegt der kleine Hebel für den Selbstauslöser, und für einen besseren Halt ist ein Griffwulst aus Kunststoff am Gehäuse angeschraubt. Wenn man die Kamera mit externem Motor verwendet, muss dieser Griffwulst entfernt werden. Beim Kauf einer gebrauchten FG kann man davon ausgehen, dass die Kamera immer mit Motor benutzt wurde, wenn dieser Griffwulst fehlt. Das Plastikteil lässt ich übrigens auf den üblichen Internet-Auktionsseiten einzeln finden, für die Funktionsfähigkeit der Kamera ist es aber unerheblich, eine FM2 ohne diesen Wulst fällt einem ja auch nicht laufend aus der Hand.
Film einlegen
Das Einlegen des Films ist eine kurze und schmerzlose Sache, es funktioniert wie bei fast allen mechanischen Kameras: Lasche des Films in einen der Schlitze in der Spule rechts schieben, bis es nicht mehr weitergeht, Patrone links in die Mulde legen, von Hand die Fangspule etwas (nach links) vordrehen, dann Gehäusedeckel schliessen, den Entriegelungsknopf links oben wieder ganz ins Gehäuse drücken und mit dem Aufzugshebel zum ersten Bild vorspulen.
Dabei sollte man sich vergewissern, dass sich der Entriegelungshebel mit der Kurbel mitdreht. Wenn nicht, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Lasche des Films wieder aus der Fangspule gerutscht ist.
Wenn man zum ersten Bild vorgespult hat, empfiehlt es sich noch, den Entriegelungsknopf mit der kleinen Kurbel vorsichtig im Uhrzeigersinn zu drehen, so weit es geht. Damit nimmt man Lose aus dem Film, d.h. man "spannt" ihn ein bisschen vor, so dass eine Planlage am Filmfenster gewährleistet ist.
Jetzt also sind wir bereit für das erste Bild.
Fotografieren
Der Blick durch den Sucher zeigt ein mehr oder weniger scharfes Bild, in der Mitte drei Kreise, und rechts eine Leiste mit Zahlen. Fangen wir mit den Kreisen an:
Der äussere Kreis hat nichts mit der Scharfstellung zu tun, sondern kennzeichnet den Bereich, in den die Belichtungsautomatik einen Schwerpunkt für die mittenbetonte Messung legt.
Der zweite Kreis umfasst einen Ring von Mikroprismen. Durch diese wirkt ein Details sehr körnig, wenn die Entfernung nicht korrekt eingestellt ist, oder sauber und glatt, wenn die Entfernung stimmt.
In der Mitte schliesslich findet sich der Schnittbild-Bereich. Peilt man eine vertikale Linie an, z.B. einen Zaunpfahl, dann ist das Bild dann scharf, wenn Unter- und Oberteil im Schnittbildbereich genau übereinander passen.
Die Zahlenleiste rechts kennzeichnet die Belichtungszeiten (1 bis /11000 sec.) und ein Blitzsymbol. Rechts daneben befindet sich ein rotes LED für jede Zeit, den Blitz, sowie eines ganz oben für die Über- und bzw. ganz unten für die Unterbelichtungs-Warnung.
Manuelle Belichtung
In der manuellen Belichtung steuern wir sowohl die Blende am Objektiv als auch die Zeit am Zeitenrad. Im Sucher sehen wir beim Einstellen zwei LED's: blinkend der Zeitenwert, den die Kamera bei der eingestellten Blende wählen würde. Und fest den Wert, der aktuell eingestellt ist.
Im Sinne der Kamera ist das Ergebnis optimal, wenn wir beide überlagern, d.h. wenn nur noch eine LED leuchtet. Das erreichen wir entweder dadurch, dass wir die Blende anpassen, oder eben das Zeitenrad passend zur Blende drehen. Daneben können wir nach Belieben unter- oder überbelichten, indem wir die Anzeige einfach ignorieren. Abdrücken kann man immer, es interessiert die Kamera nicht, ob die Belichtung korrekt ist oder nicht.
Automatik-Modus A und P
In den beiden Automatik-Moden A und P haben wir weit weniger Einfluss auf das Geschehen. Hier informiert uns die Kamera höflicherweise über die LED, welche Zeit sie zu wählen beliebt. Wenn uns das nicht passt, können wir im Fall von A (Blendenvorwahl) an der Blende drehen, bis die Zeit unserer Vorstellung entspricht, im Fall von P gucken wir dagegen in die Röhre. Fast zumindest, denn zwei Einflussmöglichkeiten haben wir doch: mit dem kleine Knopf an der Front, dem Gegenlichtknopf, können wir die Belichtung beeinflussen, wenn auch nur fest mit einer Zugabe von 2 Blendenwerten. Feiner geht das über die Belichtungskorrektur: Das Rad, mit dem die Filmempfindlichkeit eingestellt wird, kann nach Drücken des Entriegelungsknopfes gedreht werden, eine Markierung zeigt den Wert der Belichtungskorrektur an.
Für schnelles Arbeiten und toleranten Film (s/w oder Farbnegativ-Film) ist A oder P also eine tolle Sache, für genaues Arbeiten oder Film mit geringem Belichtungsspielraum (Dias) würde ich eher die manuelle Messung vorziehen.
Messen
Die Belichtungsmessung startet in dem Moment, wo wir den Auslöser etwa halb durchdrücken. Vorher ist der Sucher dunkel, danach verschwinden die LED's nach etwa 16 sec. wieder. Hatte man bis dahin seine optimale Einstellung noch nicht gefunden, muss man halt noch mal auf den Auslöser drücken.
Abdrücken
Wenn belichtungsmässig alles im grünen Bereich ist, wird der Verschluss durch vollständiges Durchdrücken des Auslöseknopfes ausgelöst. Das Geräusch dabei ist enttäuschend, wenn man zuvor mit Nikons Prachtstücken wie der F3, oder auch mit einer ähnlich alten Leica wie der R4 gearbeitet hat: statt eines satten mechanischen Geräusches, das von Präzision in Konstruktion und Material zeugen würde, klappert es vernehmlich im Kasten, und ein sirrendes Geräusch lässt einen unvermutet an eine billige chinesische Handnähmaschine denken. Der Spiegelschlag ist auch nicht von schlechten Eltern, und so hat man denn in diesem Moment das einzige Element an dieser wunderbaren kleinen Kamera entdeckt, was dem angepeilten Marktsegment "Konsument" entspricht.
Na und, wo ist das Problem? Es gibt keines, denn die Ergebnisse sprechen für sich: Nikon-Qualität, so weit das Auge reicht. Und irgendeinen Grund muss es schliesslich geben, dass wir für die Kamera nicht hunderte von Euro ausgeben, sondern mit sehr bescheidenen Beträgen in die wunderbare Welt der Nikon Objektive eintauchen können.
Das war's auch schon!
Also los, packen wir die Kamera in eine kleine Tasche, nehmen Regenschirm / Sonnenschutz / Kälteschutz (je nach Jahreszeit), ein paar Filme, den Hund an die Leine, sofern vorhanden, und auf geht's in die Umgebung. Am besten erst einmal mit dem klassischen 50 mm / 1.8 oder 1.4, beste Qualität für wenig Geld.
Die Praxis des Fotografierens unterscheidet sich natürlich überhaupt nicht von der mit anderen Kameras, lediglich Menschen, die von Digital oder Vollautomaten kommen, werden mit der Einstellerei etwas Übung benötigen. Wunderbar ist immer wieder, mit wie wenig technischem und finanziellem Aufwand man wirklich hervorragende Bilder machen kann. Mit Kameras wie der FG bewahrheitet sich wieder der alte Spruch: nicht die Kamera macht das Bild, sondern das Hirn dahinter. Diese kleine Kamera liefert alles, was man benötigt, um gute Bilder machen zu können.
Kauf
Gerade beim Kauf einer Kamera, die mittlerweile bald ein viertel Jahrundert auf dem Buckel hat, ist natürlich ein bisschen Vorsicht geboten. Anders als bei einer F3 ist bei der FG natürlich kaum ein professioneller Einsatz zu befürchten, so dass die Angst vor ausgelutschten Profimodellen entfallen kann.
Andererseits sind die Amateurmodelle natürlich auch nicht auf so eine hohe Anzahl von Auslösungen oder eine entsprechend rauhe Behandlung ausgelegt. Im Grunde gilt daher das selbe wie bei allen gebrauchten mechanischen Geräten: schauen, dass keine besonders tiefen Dellen oder Kerben zu sehen sind, die auf einen Sturz oder rauhe Behandlung schliessen lassen, und per Auslösen kontrollieren, dass Verschluss und Belichtungsmessung sauber funktionieren. Am besten wäre es natürlich, wenn man vor dem Kauf einen Film schiessen könnte, aber in der preislichen Grössenordnung dieser Kameras ist das sicher nicht von existenzieller Bedeutung.
Fazit
Sicher trauere ich meiner F3 jetzt doch wieder nach, andererseits ist die kleine FG mit der elektronischen Belichtungssteuerung und vor allem der vernünftigen Nutzung des Blitzgerätes so wunderbar einfach einsetzbar, dass ich sie öfter verwende, als ich das eigentlich geplant hatte. Dazu kommt, dass ich mir wegen Diebstahl oder Verlust keine Sorgen machen muss, da sie weder besonders auffällig, noch schwer oder teuer zu ersetzen wäre. Eine richtige immer-dabei-Kamera für den Freund oder die Freundin analoger Fotografie, und als solche uneingeschränkt zu empfehlen.
Dies ist die erste Version des Nikon FG - Berichtes. Er wird formal sicher noch
überarbeitet, auch kommen noch Bilder hinzu.
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