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Canon EF 28mm/2.8
Technik
Handling
Ergebnisse
Fazit
Eigentlich war der Kauf dieses Objektives ein Ausrutscher. Ich suchte ein
24mm / 2.8, weil ich mit dem 24-85 mm Zoom häufig in diesem Bereich
arbeitete, aber die höhere Bildqualität der Festbrennweite haben wollte.
Aber der Neupreis schreckte mich ab, zudem war auch gebraucht keines zu
finden, so dass ich schliesslich aus einer Laune heraus doch das 28 mm
kaufte.
Die Laune hat sich bezahlt gemacht. Mittlerweile hat das 28er sowohl die
Zooms (24-85 mm und 28-105 mm, beide 3.5-4.5) als auch das 50 mm / 1.8
auf meiner Kamera als Standardobjektiv abgelöst. Das 28 mm lässt sich so
universell einsetzen, von Landschaft über Gruppenbilder bis hin zu Portraits
mit Hintergrund, dass ich es nur noch selten gegen ein anderes Objektiv
tausche.
Zusammen mit dem 50 mm / 1.8 dürfte das 28 mm / 2.8 das beste
Preis-Leistungsverhältnis aller Objektive von Canon haben. Die
Abbildungsqualität ist hervorragend, der Preis von allen Festbrennweiten
nach dem 50 / 1.8 der niedrigste.
Technik
Aber erst mal zu den technischen Daten. Die Details, der Homepage von
Canon entnommen :
| Brennweite |
28 mm |
| Öffnungsverhältnis |
1 : 2.8 |
| Optischer Aufbau (Linsen / Glieder) |
5 / 5 |
| Bildwinkel (diagonal) |
75° |
| Fokussiermotor |
AFD |
| Manuelle Fokussierung |
vorhanden |
| Fokussierschalter |
AF / MF |
| Naheinstellgrenze |
0.3 m |
| Grösster Abbildungsmasstab |
0.13-fach |
| Kleinste Blende |
22 |
| Blendenlamellen |
5 |
| Filterdurchmesser |
52 mm |
| Abmessung (Länge x Durchmesser) |
67.4 x 42.5 |
| Gewicht |
270 g |
Dazu gibt es die Gegenlichtblende EW-65 II, die einfach über zwei Federn,
die in eine Ringnut um das Objektiv eingreifen, befestigt wird (also
weder Bajonett noch geschraubt). Anders als beim 50 mm / 1.8 ist die Nut
bereits Bestandteil des Objektives und muss nich in Form eines
Gewinderinges in das Filtergewinde geschraubt werden.
Die Gegenlichtblende ist auf jeden Fall zu empfehlen, da die Frontlinse
sehr exponiert ist und kaum vom Objektivtubus geschützt wird.
Auf den ersten Blick sieht das 28er wie das kleine 50er aus. Ein
gravierender Unterschied ist jedoch die wesentlich bessere Qualität
des 28ers: ein Bajonett aus Metall statt aus Kunststoff, eine
Entfernungsskala, ein Einstellring für die manuelle Entfernungseinstellung,
der sich stabiler anfühlt (wenn auch noch Welten zwischem diesem und
dem eines "richtigen" manuellen Objektivs liegen). Das alles äussert
sich auch im Gewicht: das 28er wiegt mit 270 g mehr als das doppelte
des 50ers (130 g), damit jedoch immer noch weniger als die meisten Zooms.
Handling
An einer Festbrennweite wie dieser gibt es nicht viel zu Handeln.
Gegenlichtblende aufstecken, ggf. AF/MF-Schalter umlegen, einstellen
und fertig. Womit auch schon ein wichtiger Punkt angesprochen wäre:
im Gegensatz zu den USM-Objektiven (sie verfügen über einen
Ultraschallantrieb zur Scharfstellung) ist bei diesem Objektiv kein
manuelle Einstellung ohne Umschalten am AF/MF-Schalter möglich.
Bei USM-Objektiven kann ohne Umschalten einfach der Ring zur
Entfernungseinstellung gedreht werden, was vor allem bei den Kameras
ab EOS 50e, EOS 30/33 und höher sinnvoll ist. Hier kann die der Autofocus
von der Auslösetaste auf die AE-Speichertaste gelegt werden, so dass
automatisches oder manuelles Scharfstellen unabhängig vom Andrücken des
Auslösers und der Messwertspeicherung möglich ist.
Nicht so mit dem 28er, aber speziell im Einsatz für Landschaftsaufnahmen
habe ich diese Eigenschaft nie vermisst. Eher schon bei Kindern oder
Portraits, wo ein schneller manueller Eingriff eher notwendig ist.
Ein weiterer Nachteil des fehlenden USM - Motors ist die Lautstärke.
Wo mein 24-28 mm Zoom lautlos und extrem schnell scharfstellt, gibt das
28er einen quälend hellen Ton von sich, bis es sich endlich in die
gewünschte Position bewegt hat. Mich hat dieses Geräusch erstaunt, da
mein 50 mm / 1.8 wesentlich leiser ist, obwohl es ebenso nur über einen
billigen Gleichstrommotor verfügt. Mag sein, dass hier
Fertigungstoleranzen für unterschiedliche Geräuschpegel sorgen.
Insgesamt kann ich mit dem Geräusch aber gut leben. Durch die kurzen
Verstellwege ist das Objektiv trotzdem sehr schnell, und die Lautstärke
ist nur gemessen an USM - Objektiven störend, absolut gesehen stellt das
kein Problem dar.
Die Frontlinse dreht sich nicht mit beim Scharfstellen, so dass auch
der Einsatz von Polfiltern keine Probleme bereitet. Die Frontlinse wird
bei kurzen Entfernungen etwas aus dem Objektivtubus geschoben, aber das
Objektiv verlängert sich dabei nur minimal. Die einzige Gefahr sehe ich
dabei darin, dass Dreck, der auf den Tubus gelangt, beim Zurückfahren in
das Objektiv genommen werden könnte und dort langfristig für Ablagerungen
und Störungen sorgt.
Ergebnisse
Die Qualität dieses einfachen Objektives ist gemessen am Ergebnis
hervorragend. Praktisch keine Verzeichnung oder Vignettierung,
hervorragende Schärfe bereits aufgeblendet, und eine geringe
Streulichtanfälligkeit, wohl auch bedingt durch die geringe Anzahl von
Linsen (5) gegenüber einem Zoomobjektiv.
Unscharfer Hintergrund fällt allerdings nicht so weich aus wie z.B. der
meines alten Leica - Objektives. Das mag mit den nur 5 Blendenlamellen
zusammenhängen. Bei einem Weitwinkel fällt dies aber nicht so stark ins
Gewicht, da es selbst mit einer grössten Blende von 2.8 schwierig ist,
richtig unscharfen Hintergrund zu produzieren, das geht praktisch nur
im Bereich der kürzesten Entfernungseinstellung.
Ich selber kann das Objektiv nur subjektiv beurteilen, die Tests der
Zeitungen sowie die Erfahrungen anderer Nutzer kommen aber offenbar
zu einem ähnlich guten Ergebnis (siehe z.B. www.photographyreview.com).
Wie bei allen Weitwinkeln ist es wichtig, den grossen Bildwinkel richtig
einzusetzen, damit nicht nur einfach "viel" auf dem Bild zu sehen ist.
Das mag manchmal sinnvoll sein, z.B. bei Landschaftsaufnahmen. Der grösste
Vorteil des Weitwinkels liegt jedoch für mich in seiner grossen
Tiefenschärfe und der räumlichen Tiefe, die damit vermittelt werden
kann.
Trotz oder gerade wegen seiner eher gemässigten Brennweite (gemessen am
heutigen Trend zum Superweitwinkel zwischen 15 und 24 mm) lässt sich das
Objektiv sehr breit einsetzen. Die praktisch fehlende Verzeichnung
ermöglicht natürlich wirkende Gruppen- und Personenaufnahmen, ein tiefer
Kamerastandpunkt und eine kleine Blendenöffnung für hohe Schärfentiefe
ermöglichen aber auch schon dramatische Weitwinkelperspektiven, auch
wenn die Brennweite noch nicht so dramatisch ausfällt.
Fazit
Hervorragende Qualität für relativ wenig Geld, und ein Objektiv, das
sich sehr universell einsetzen lässt. Ich würde es jedem Fotofreund
wärmstens ans Herz legen, als Standard-Weitwinkel zu einem 50 mm - Objektiv.
Der Einstandspreis ist gering, und erfahrungsgemäss verfügen gerade
Festbrennweiten über einen geringen Wertverlust, so dass auch ein
späterer Wechsel zu Edelobjektiven ohne grosse Verluste möglich ist.
Prädikat: absolut empfehlenswert.
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