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Fotografie

Fotografie
Kleinbild
Mittelformat
Warum Mittelformat ?
Warum Kleinbild ?

Warum befasst sich ein halbwegs vernünftig denkender Mensch überhaupt mit der Fotografie und investiert dazu noch einen Haufen Zeit, der Allgemeinheit hierzu etwas mitzuteilen, was wahrscheinlich ausser ein paar ähnlich Verrückten eh niemanden interessiert ?

Keine Ahnung.

Fotografie ist Gestaltung: Malen mit Licht.

Fotografie ist aber auch Dokumentation. Im Gegensatz zur Malerei wird ein Abbild der Wirklichkeit erzeugt (wenn sicher auch aus subjektiven Blickwinkeln).

Und zu guter Letzt ist Fotografie Technik. Puristen mögen das verteufeln, aber selbst die Malerei kommt nicht ohne Technik und die Beherrschung derselben aus. In der Fotografie geht die Technik sicher viel weiter, und der Markt hat zu vielen Automatismen geführt, die den Fotografen bevormunden. Am Prinzip hat sich dadurch jedoch nichts geändert: ein wunderbares Bild kann immer noch mit einer uralten, rein mechanischen Kamera gemacht werden, während die neueste Automatik-Kamera ohne das Wissen um die Grundlagen von Zeit, Blende und Licht nur mittelmässige Ergebnisse bringen wird.

Die Bandbreite der Fotografie ist gross. Vom Sportfotografen über den Landschafts- und Naturliebhaber, vom Journalisten bis zum Studiofotografen und reinen Künstler reicht das Spektrum, aber auch die Mittel und Werkzeuge sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sich mit dem Thema befassen.

Schwarz-Weiss oder Farbe, Dia, Negativ oder Digital, Kleinbild, Mittelformat, Grossformat... in der Kombination mit den möglichen Objektiven, Filmen und Zubehör wird das Spektrum, das der Begriff "Fotografie" abdeckt, ziemlich unübersichtlich.

Alleine aus Kostengründen dürfte daher die Konzentration auf einige wenige Bereiche für jeden Fotofreund unumgänglich sein.

Technischer Schwerpunkte diese Seiten ist daher der Bereich Kleinbild sowie Mittelformat.

Kleinbild

Verglichen mit APS ist Kleinbild eigentlich gar nicht so klein. Der Kleinbildfilm hat eine effektive Höhe des Negativs von 24 mm, und bei normalen Kameras eine Breite von 36 mm (es gibt Panoramakameras, die wesentlich breitere Bilder machen, dies sind jedoch Sonderfälle, wenn auch sehr schöne).

"Erfunden" wurde das Format durch den Chefkonstrukteur von Leica, Oskar Barnack. Er arbeitete seit 1911 als Leiter der Forschungsabteilung für Mikroskope bei Ernst Leitz in Wetzlar. Als Hilfsmittel für die Belichtungsmessung beim Filmen, einem damals wohl noch exotischem Hobby, baute er sich ein kleines Gerät, mit dem er Probebelichtungen machen konnte. Dabei stellte er fest, dass die kleinen Negativstückchen bereits ganz erstaunliche Vergrösserungen zuliessen. Die Verdoppelung des Formates auf 24x36 mm war dann die Geburtsstunde des Kleinbildfilms, wie wir ihn heute kennen, mitsamt der Perforierung.

1914 wurden ihm die notwendigen Patente in den USA erteilt, anschliessend wurde das Prinzip weiterentwickelt, so dass mit der Leica I ein für den Laien verständlicher, handlicher Fotoapparat auf den Markt kam und das Kleinbild seinen Siegeszug antrat.

Die Leica ist heute noch die perfekte Kamera, der Traum vieler Fotografen. Mittlerweile wird sie als M6 gebaut, mit einem Messucher-System,das auch bei schlechten Lichtverhältnissen leichte Entfernungseinstellung ermöglicht. Parallel dazu sind mit der R6.2 und der R8 zwei Spiegelreflexkameras verfügbar.

Das Format ist für den normalen Gebrauch optimal. Einerseits ist es klein genug, so dass Kameras und Objektive handlich bleiben, andererseits gross genug, dass bei entsprechend feinkörnigem Film auch grosse Vergrösserungen gemacht werden können.

Die enorme Verbreitung hat zu einem grossen Angebot und damit auch zu niedrigen Preisen geführt, auf der Film- wie auf der Entwicklungsseite. Zudem sind sie an praktische jedem Ort der Welt verfügbar.

Mittelformat

Das Mittelformat ist älter als der Kleinbildfilm. Und grösser. Genau 60 mm hoch, im Gegensatz zu den 24 mm des Kleinbildfilms. Er hat keine Perforierung am Rand, keine Patrone, die ihn schützt, sonder ist einfach nur eine Spule aufgewickelt und mit einem Stück Papier zugeklebt. Damit der Film beim Einlegen nicht belichtet wird, schützt ihn ein lichtdichtes Papier auf der Filmrückseite.

In der Breite der Negative unterscheiden sich die verschiedenen Mittelformat- Systeme.

Das handlichste ist das Format 6 x 4,5 cm, kurz 645, für das derzeit auch eine grosse Anzahl an neuen Kameras mit vielen Eigenschaften und Automatismen aus der Kleinbildwelt auf dem Markt erschienen sind (Pentax, Fuji, Mamyia, Zenza Bronica, um nur die wichtigsten zu nennen).

6 x 6, das quadratische Negativ, polarisiert. Die Einen halten nichts davon, weil die meisten Bilder beim Vergrössern sowieso beschnitten werden und daher gleich das Format 645 verwendet werden könne. Die Freunde des Quadrats geniessen den Vorteil, erst im Labor den endgültigen Ausschnitt und die Orientierung hoch/quer festlegen zu müssen, oder auch das ganze Negativformat auszunutzen.

Ein grosser Vorteil für Amateure liegt sicher darin, dass im Bereich 6x6 eine grosse Anzahl an gebrauchten Einstiegskameras für das Mittelformat für wenig Geld zu finden ist: Mamyia 33 / 330, Yashica Mat, Rolleicord, Rolleiflex, und die chinesischen und russischen Nachbauten. Nicht zu vergessen die Pentacon Six aus der ehemaligen DDR, die vor allem in Deutschland eine weite Verbreitung hat, ihre West-Schwester Exakta 66, sowie die armen Verwandten aus Russland, die Kiev 66.

6 x 7 wird auch als Idealformat bezeichnet, weil es offenbar ohne Beschneidung in das Breiten-Höhen-Verhältnis der Presse passt. Allerdings nehmen bei diesem Format die Kameras bereits ganz stattliche Dimensionen und Gewichte an, so dass man es hauptsächlich in den Studios der Sach- und Hochzeitsfotografen findet. Rühmliche Ausnahme ist die Mamyia 7, eine Messucherkamera ähnlich der Leica M, mit Wechselobjektiven und von relativ geringem Gewicht und Grösse.

Darüber rangieren noch die Formate 6x8, 6x9, 6x12 und 6x17. Herrliche Formate, vor allem in der Landschaftsfotografie, die Kameras hierzu kosten jedoch entsprechend viel, so dass sie hier nur am Rande erwähnt seien.

Warum Mittelformat

Das 6x6-Negativ ist (bei einem Netto-Negativformat von 56 x 56 mm) 3,6 mal grösser als das Kleinbild-Negativ. Andersrum, selbst beschnitten auf gleiche Verhältnisse Breite / Höhe muss das Mittelformat-Negativ für eine Vergrösserung auf 90x60 cm (Posterformat) knapp 260 mal vergrössert werden, das Kleinbildnegativ dagegen ganze 625 mal. Damit wird jedes Korn, jeder Kratzer entsprechend grösser herausgehoben. Das ergibt ein feineres Korn, eine höhere Schärfe und im Prinzip auch eine höhere Farbsättigung.

Auch das Arbeiten im Mittelformat hat Vorteile, insbesondere, wenn der Lichtschacht mit einer hellen Mattscheibe verwendet wird. Damit lässt sich das Bild wesentlich besser komponieren als mit dem kleinen Sucher einer durchschnittlichen Spiegelreflexkamera. Zwar ist alles seitenverkehrt (links/rechts vertauscht),daran gewöhnt man sich jedoch schnell.

Und warum habe ich meine Spiegelreflex dann noch nicht umweltfreundlich entsorgt ?

Es gibt eben eine Reihe Situationen, in denen eine Mittelformatkamera auf Grund ihrer Grösse, der fehlenden Brennweiten (zumindest im Fall der von mir verwendeten Kameras) und vor allem der Zeit, die man benötigt, nicht optimal eingesetzt werden können.

Auch sind die Bilder billiger, ein Diaprojektor für Kleinbilddias ist bezahlbar, und eine CD mit einer digitalisierten Version des gesamten Films lässt sich für wenige Euro mit der Filmentwicklung bestellen. Kosten, von denen man im Mittelformat nur träumen kann.

Also ist das Ziel, jedes System dort einzusetzen, wo seine Vorteile zur Geltung kommen. Kleinbild bei Familie, Sport, Tieren und Reise mit leichtem Gepäck, Mittelformat bei formalen Bildern, Landschaft, Portraits und allen Themen, bei denen riesige Vergrösserungen benötigt werden.

In diesem Kapitel möchte ich daher einerseits die fotografischen Themen behandeln, andererseits Erfahrungsberichte mit der Ausrüstung liefern, die eingesetzt wurde, sowie eine Auswahl der Bilder zeigen, die mit diesen Geräten aufgenommen wurden.

Über fundierte Berichte und Erfahrungen anderer Fotoliebhaber würde ich mich freuen, siehe hierzu auch die Seite Kontakte.

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